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Silageplatz an Spielplatz und Kindergarten Geplante Biogasanlage sorgt für Streit

Von Evelyn Bubber-Menzel | 04.05.2011, 11:17 Uhr

Landluft ist gesund. Doch wenn die Düfte überhand nehmen, kann`s auch mal zu viel des Guten werden. Genau dies befürchten die Gemeindevertreter von Warnow, wenn zwei Silageplatten entstehen würden.

Landluft ist gesund - das ist bekannt. Doch wenn die ländlichen Düfte überhand nehmen, kann`s auch mal zu viel des Guten werden. Genau dies befürchten die Gemeindevertreter von Warnow, wenn dicht beim Spielplatz, Kindergarten und Neubaugebiet zwei Silageplatten entstehen würden.

Diese will die Warnower Agrar GmbH zur Lagerung ihrer Silage anlegen. Sie braucht sie für die Biogasanlage, die sie auf ihrem Gelände bauen will.

Die Gemeinde hat nichts gegen den Bau so einer Biogasanlage. Doch lehnen die Gemeindevertreter den Bau einer Siloanlage so dicht in der Nähe von Kita, Wohnhäusern und Spielplatz, wie es bisher geplant ist, ab. Landwirtschaftsunternehmen und Planer suchen nun für die Silos nach einem anderen Standort, der weiter von der Wohnbebauung entfernt ist. Bis Ende nächster Woche will der Planer dafür zwei, drei Vorschläge vorlegen, über die dann die Gemeindevertreter kurzfristig entscheiden wollen.

"Wir müssen die Biogasanlage bauen, weil uns die explodierenden Energiekosten sonst auffressen", begründete Inge Ebert, Geschäftsführerin der Agrar GmbH, Montagabend vor den Gemeindevertretern die geplante Investition. In der Biogasanlage sollen Mais, Gülle aus der eigenen Schweinezuchtanlage, Zuckerrüben, Pflanzensilage und anderes zu Energie umgewandelt werden. "Wir wollen damit unsere komplette Anlage mit Wärme versorgen", so Ebert. Außerdem könnte man "ein Rund umpaket schnüren" und Wärme auch für die Kita und vielleicht sogar für einen Wohnblock im Neubaugebiet anbieten, stellt sie in Aussicht.

"Wir leben nun mal auf dem Dorf" und da gehöre die Landluft dazu, meint sie. Außerdem solle man auch die Gemeinsamkeit nicht vergessen, die viele im Dorf mit dem Landwirtschaftsunternehmen verbindet, das sich nach der Wende bis heute behauptet hat. Dennoch: "Wir sollten einen Punkt finden, mit dem wir alle gemeinsam leben können", das sei auch in ihrem Interesse, so Inge Ebert. "Es ist genügend Fläche um die Biogasanlage da. Da findet sich sicher auch noch ein anderer Platz für die Silageplatten", so Bürgermeister Siegfried Hoffmann (CDU). Bei Silage seien störende Gerüche nun mal nicht auszuschließen. Und dies könnte Probleme für den Kindergarten bringen, der erst vor ein paar Jahren privatisiert wurde und der gut läuft. Wenn man auch auf dem Dorf lebe, sei doch "leben und leben lassen" die Devise. Auch wenn laut Immissionsgutachten durch den Silageplatz keine größeren Belastungen auftreten sollen als jetzt schon durch die vorhandene Stallanlage, "müssen die Silageplatten ja vielleicht nicht so dicht am Spielplatz und am Kindergarten sein, sondern könnten woanders platziert werden", fand auch Christian Ziemann vom Bauausschuss. "Wir sind nicht gegen die Biogasanlage, aber wir müssen alle Belange berücksichtigen", betonten er und andere Gemeindevertreter. Sobald der Planer die neuen Standortvorschläge eingereicht hat, will die Gemeindevertretung kurzfristig zusammenkommen und entscheiden, damit kein Zeitverlust entsteht.