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Autofahren im Winter Gefrierende Nässe ist besonders tückisch

Von dpa | 30.11.2012, 06:45 Uhr

Die Verbindung von Frost und Feuchtigkeit verwandelt Straßen in Rutschbahnen.Gestern wurde in einigen Teilen Deutschlands bereits der Verkehr lahmgelegt. Meteorologen unterscheiden zwischen Eisglätte und Glatteis.

Die Verbindung von Frost und Feuchtigkeit verwandelt Straßen in gefährliche Rutschbahnen. Auch gestern wurde dadurch in einigen Teilen Deutschlands zeitweise der Straßenverkehr lahmgelegt. Meteorologen unterscheiden dabei zwischen Eisglätte und Glatteis. Bei der Eisglätte ist die Fahrbahn schon nass, wenn die Kälte kommt. Bei Glatteis ist zuerst der Frost da, dann kommt die Nässe und sorgt für Unfallgefahr.

Blitzeis entsteht, wenn Schneekristalle auf dem Weg zur Erde bei geringen Temperaturschwankungen zu Regen werden und auf Frostboden fallen. Dort gefrieren die Tropfen in Sekundenschnelle, eine Eisschicht entsteht.


Beim gefrierendem Regen treffen mit mehreren Minusgraden unterkühlte Tropfen auf den Boden und gefrieren sofort nach dem Kontakt mit eiskaltem Grund. Beim Eisregen gefrieren die Tropfen bereits in der Luft und schlagen als Eiskörner auf.

Gefrierende Nässe ist besonders tückisch. Obwohl das Thermometer im Auto für die Umgebung Plusgrade anzeigt, kann die Straße glatt sein, weil die Temperatur am Erdboden unter Null abgesunken ist und Niederschlag dort gefriert.

Reifglätte tritt meist bei trockenem, klarem Wetter auf. Sinken bei feuchten unteren Luftschichten die Temperaturen unter null Grad, setzt sich Reif auf der Erde ab und gefriert. Besonders gefährlich ist, dass sonst freie Straßen an kurzen Brückenabschnitten zu unerwarteten Rutschbahnen werden. Dort kommt Reifglätte häufiger vor, weil es sich auf Brücken in der Nacht am stärksten abkühlt.

Rutschige Straßen kann es auch geben, wo festgefahrener Schnee auf dem Asphalt liegt. Auch geschmolzener Schnee kann Glätte verursachen, wenn er auf der Straße wieder anfriert.

Wer mit seinem Fahrzeug auf glatter Straße ins Rutschen kommt, sollte auf keinen Fall die sogenannte Stotterbremsung machen, warnt Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände in Berlin. "Das ist ein veralteter Tipp." Wer kein ABS habe, solle auf glatter Straße besser durchgängig, aber gefühlvoll bremsen. Laut Hubert Paulus vom ADAC dürfen Fahrer in Autos mit ABS notfalls auch bei Glätte voll auf die Bremse gehen. Der Bremsassistent kümmere sich darum, dass der Fahrer weiterhin lenken könne. "Aber bei dem Geräusch nicht erschrecken."