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FC Hansa Rostock: Abwehrmann Matthias Holst Für zwei Tore brauche ich vier Jahre

Von André Gericke | 31.10.2011, 07:02 Uhr

An zwei Treffer in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen kann sich Holst nicht erinnern. "Das habe ich noch nie hinbekommen.", so der Innenverteidiger.

An zwei Treffer in zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen kann sich Matthias Holst nicht erinnern. "Das habe ich noch nie hinbekommen. Normalerweise brauche ich für zwei Tore mindestens vier Jahre", sagt der Innenverteidiger vom Fußball-Zweitligisten Hansa Rostock.

Diesmal benötigte er nur 14 Tage. Nach dem entscheidenden 2:0 im Duell mit dem TSV 1860 München schlug "Holzer" gegen Energie Cottbus erneut per Kopf zu und traf in der dritten Minute der Nachspielzeit zum Endstand von 1:1. Mit diesem Treffer sorgte er auch dafür, dass die Lausitzer an der Ostsee weiterhin ohne Sieg in der 38-jährigen Geschichte des Duells bleiben.

Bruder Stefan erneut als Glücksbringer

"Viel lieber wäre mir gewesen, dass ich nicht getroffen hätte und wir dafür als Sieger vom Platz gegangen wären. Wer das Tor gemacht hat, ist völlig egal. Dass ich wieder da stand, wo der Ball hinkam, war natürlich ganz anständig", erklärte der 29-Jährige, der auch seinen Glücksbringer preisgab. Bruder Stefan war - wie schon bei der Auseinandersetzung mit den Münchener Löwen - im Stadion. Ein gutes Omen: "Vielleicht muss ich ihn jetzt auch auswärts mitnehmen."

Am Sonntag ist der FC Hansa beim vor ihm platzierten FSV Frankfurt zu Gast - ein so genanntes "Sechs-Punkte-Spiel".

Mit zwei Toren ist Holst jetzt auch Rostocks bester Schütze, wenngleich die

Bilanz der Hansestädter mit nur acht erzielten Treffern in 13 Partien sehr mager ausfällt. "Spielerisch fehlt uns auf engem Raum im Moment die Leichtigkeit. Aber wenn man in den letzten Sekunden den Ausgleich schießt, dann geht es auch nicht darum, ob es verdient ist oder unverdient. Dann freut man sich, weil es eine Moralgeschichte ist, auch wenn wir zwei Punkte verloren haben", sagt FCH-Trainer Peter Vollmann, der mit seiner Truppe erst einen Sieg feiern konnte: "Die Mannschaft freut sich über den einen Zähler, aber ich nicht so sehr. Ich wünsche mir, dass wir bis Weihnachten wieder näher an unsere Ziele kommen."

Der 53-Jährige hat seine Punktrechnung bekanntlich schon aufgemacht. 18 bis 20 Zähler sollen demnach auf dem Konto stehen.

Dabei mithelfen wird auch Matthias Holst, der nicht nur vorne, sondern auch hinten immer wichtiger für den FCH wird. Nach über einjähriger Knieverletzung entwickelt er sich immer mehr zum Ruhepol und Abwehrchef. "Ich freue mich einfach, dass ich schmerzfrei bin und wieder Fußball spielen kann. Ich bin für jede einzeln Partie dankbar", so der Kicker.

Mittlerweile stand der 1,90-Meter-Hüne in sechs Begegnungen in der Start-Elf, wurde nie ausgewechselt. Diese Spielpraxis tut ihm gut. "Ich merke, wie es immer besser geht. Ich möchte wieder dorthin kommen, wo ich mich vor meiner Verletzung befand", sagt Matthias Holst. Und das war in der Saison 2009/10 mit dem SC Paderborn ein fünfter Rang, gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt.