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Das Wetter und seine Folgen Frost hält Land fest im Griff

Von zvs/dpa | 19.12.2010, 08:14 Uhr

Schneefall und Kälte haben am Wochenende im Land zu Behinderungen geführt. Auf den Straßen kam es jedoch nur zu wenigen Unfällen. Der Winter lockte viele Kinder zum Schlittenfahren und die ersten Angler aufs Eis.

Schneefall und Kälte haben am Wochenende im Land zu Behinderungen geführt. Auf den Straßen kam es jedoch nur zu wenigen Unfällen. Der Winter lockte viele Kinder zum Schlittenfahren und die ersten Angler aufs Eis. Nach einer Frostnacht mit bis zu minus elf Grad hat die Wasserschutzpolizei am Sonnabend die ersten Eisangler gesichtet - und gewarnt. "Die Angler stehen am Wehr an der Mühlendammbrücke auf der Warnow und das ist ziemlich unvernünftig", sagte Reinhard Neumann von der Wasserschutzpolizei Rostock. Die Leute würden ermahnt, gingen aber meist danach wieder zum Angeln, was geduldet werde. "Meine Kollegen schicke ich da jedenfalls nicht rauf". Generell warne die Polizei vor dem Betreten des Eises, auch an der Mecklenburgischen Seenplatte. Es sei größtenteils mit Schnee bedeckt und noch nicht durchgängig tragfähig.

Laut Neumann ist die Warnow inzwischen bis zum Überseehafen zugefroren. "Im Breitling vor der Mündung zur Ostsee treiben etwa fünf Zentimeter dicke Schollen", erklärt der Polizist. So habe die Warnow-Fähre bei Kabutzenhof schon länger ihren Betrieb eingestellt, die großen Ostseefähren verkehrten aber weiter. An der Müritz ist die sogenannte Binnenmüritz, die nördliche Bucht bei Waren, bereits zugefroren, auf der Außenmüritz sollen noch offene Stellen sein. Die Wasserschutzpolizei rät aber ab vom Eisangeln: "Man muss das Unglück nicht noch herausfordern", sagte der diensthabende Beamte Jens Czech in Waren. Durch den bisherigen Wechsel von Tau- und Frost sei das schneebedeckte Eis ohnehin sehr schwer einzuschätzen und teilweise brüchig.

Auf den Straßen des Landes waren nur wenige Autofahrer unterwegs. Bei einem Unfall auf schneeglatter Straße ist am Sonnabendmorgen eine 53-jährige Autofahrerin in Neubrandenburg ums Leben gekommen. Ihr Auto kam ins Schleudern und prallte gegen ein anderes Fahrzeug auf der Gegenfahrbahn. Die Frau starb noch an der Unfallstelle. Die beiden Insassen in dem anderen Fahrzeug wurden leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Ein 23-jähriger Autofahrer ist am Sonnabend bei Schneeglätte auf einer Straße nahe Güstrow verunglückt. Der Mann kam mit dem Auto ins Schleudern und rutschte in eine Buschgruppe am Straßenrand. Der aus Güstrow stammende Autofahrer kam mit schweren Verletzungen auf die Intensivstation eines Krankenhauses. Er sei aber nicht in Lebensgefahr, hieß es. Der Mann war allein unterwegs, das Auto ist erheblich beschädigt.

Eine Straße bei Demmin wurde durch einen Mähdrescher, der mitten im Winter bei einer Überführungsfahrt streikte, komplett blockiert. "Warum die Firma das Großgerät ausgerechnet bei Schneefall und Glätte losschickte, wissen wir auch nicht", sagte ein Polizeisprecher. Der Mähdrescher wollte von Demmin ins 20 Kilometer entfernte Sarow, als bei Buschmühl der Motor ausfiel. "Wir brauchten gar nicht absperren, da kam sowieso keiner vorbei", sagte der Beamte. Die Firma alarmierte Techniker, die das für die Ernte im Sommer vorgesehene Fahrzeug wieder in Gang brachten. Ein Beamter vermutete, dass der Treibstoff nicht gereicht habe.

Die Tourismusbranche hingegen freut sich über die absehbar weißen Weihnachten. Der Tourismusverband des Landes erwartet keine Stornierungswelle. Jeder Ort in Mecklenburg-Vorpommern sei erreichbar. Über die Weihnachtsfeiertage werde mit einer 45-prozentigen Auslastung der Betten gerechnet. "Wir erwarten rund 70 000 Gäste", sagte Sprecher Tobias Woitendorf des Landesverbandes in Rostock."Der Winter in Mecklenburg-Vorpommern ist ein unglaublich schönes Spektakel", bestätigte der Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes MV, Guido Zöllick.

Die Tourismusbranche will ihre Gäste noch in diesem Winter besser als in der Vergangenheit über die aktuelle Straßenlage informieren. Die Informationen sollen über das Internet abgerufen werden können, sagte Tobias Woitendorf. Derzeit liefen die Vorbereitungen. Anfang des neuen Jahres soll der Service auf den Seiten des Verbandes (www.auf-nach-mv.de) zur Verfügung stehen. Neben dem Autoverkehr soll es auch um Bahnverbindungen und Fähren gehen.