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Ratgeber Freude und Skepsis vor dem Schulanfang

Von Redaktion svz.de | 05.08.2011, 11:28 Uhr

Viele künftige Erstklässler fiebern ihrem ersten Schultag entgegen. Die ideale Basis für einen guten Start ist eine positive Grundstimmung des künftigen Schulkindes.

Viele künftige Erstklässler fiebern ihrem ersten Schultag entgegen. Die ideale Basis für einen guten Start ist eine positive Grundstimmung des künftigen Schulkindes. "Kinder erfahren den Schuleintritt in der Regel als großen Einschnitt und mit einer Mischung aus angespannter Vorfreude, neugieriger Bereitschaft und hoher Erwartung nach dem Motto ,Jetzt bin ich groß", sagt Joachim Kahlert, Professor für Grundschulpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Diese Neugierde und Lust auf Neues können Eltern gezielt stärken. Manch eine Kita-Gruppe hat die Schule schon vorab beschnuppert. Viele Schulen bieten für neue Eltern zudem Informationsabende und Führungen an. Über die Eindrücke sollte zu Hause gesprochen werden. Wenn sich das Kind frühzeitig ein lebendiges Bild von der Schule machen kann, verliert diese ein Stück weit ihre Fremdheit. Denn die kann auch Unsicherheit oder Sorge auslösen. "Oft kommen mehrere Kinder aus einer Kita gemeinsam in die Schule", sagt Henricke Schneider-Petri von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. "Solche Kontakte können gerade in den Wochen vor Schulbeginn gefördert werden. Das schafft Stabilität."

Die meisten Schwierigkeiten bereiten in vielen Familien die Veränderungen im Tagesablauf. "Mit Beginn des Schulalltags ist das Kind verpflichtend in eine feste Tagesstruktur eingebunden", sagt Kahlert. Das kann Auswirkungen auf den Arbeitsbeginn der Eltern haben. Zudem hat sich manches Kind im Urlaub an langes Aufbleiben gewöhnt. "Damit das Kind ausgeschlafen ist und sich konzentrieren kann, muss es unbedingt früh ins Bett. Den neuen Rhythmus kann die ganze Familie gut in den Tagen vor Schulbeginn einüben", schlägt Erziehungsberater Meindl vor. Damit morgens keine Hektik ausbricht, wird am besten großzügig berechnet, wie viel Zeit das Kind zum Aufstehen, Anziehen und Frühstücken braucht.

Auch das Nachmittagsprogramm sollte kritisch unter die Lupe genommen werden. Für das Freizeitprogramm empfiehlt Grundschullehrerin Schneider-Petri: "Mehr als zwei Nachmittage in der Woche sollten nicht fest verplant werden." So bleibe genug Raum, um sich in Ruhe in der Schule einzuleben und sich nachmittags mit Klassenkameraden auf dem Fußballplatz zu verabreden.