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Verkehrsüberwachung in Schwerin Flitzerblitzer halten Raser in Schach

Von Gert Steinhagen | 02.11.2012, 09:22 Uhr

Mehr Kontrollen, weniger Raser - mehr Schutz für Kinder, Behinderte, Fußgänger und Radfahrer: Seit die Ordnungshüter in Schwerin mehr Blitzen, sinkt die Anzahl der Verstöße auf den Straßen der Landeshauptstadt.

Die Kommunale Verkehrsüberwachung in Schwerin setzt deutliche Schwerpunkte beim Schutz von Kindern, Behinderten, Fußgängern oder Radfahrern. Das geht aus einer statistischen Erhebung des Ordnungsamtes auf Anfrage der SPD-Grüne-Fraktion und im Auftrag von Schwerins Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow (Linke) hervor. Danach war die mobile Blitzeranlage der Stadt, im Volksmund auch Flitzerblitzer genannt, im Jahr 2011 in 35 Prozent der jährlich 3110 Messstunden in Verkehrsbereichen im Einsatz, in denen schwächere Verkehrsteilnehmer durch zu schnell fahrende Kraftfahrzeuge besonders gefährdet sind. Damit hat sich die Zahl der Messstunden in dieser Kategorie nach Rückgängen in den Jahren 2009 und 2010 auf hohem Niveau stabilisiert, während sich die Messdauer der mobilen Geräte von 2008 (2178 Stunden) bis 2011 (3110 Stunden) deutlich erhöht hat. An Unfallschwerpunkten waren die mobilen Überwachungsanlagen der Stadt 2011 in etwa 50 Prozent der Messstunden im Einsatz.

"Mit den bis heute auf hohem Niveau gehaltenen Kontrollen der Bereiche, in denen schwächere Verkehrsteilnehmer gefährdet sein könnten bzw. Lärmschutzgründe oder Bürgerbeschwerden Ursache der Messung sind, reagieren wir auf Anregungen verschiedenster Gremien und Bürgerhinweise", so die Oberbürgermeisterin.

Die Anzahl und die Art der Geschwindigkeitsüberschreitungen an den etwa 130 mobilen Messpunkten in Schwerin sowie das rückläufige Unfallgeschehen im Stadtgebiet deuten auf eine hohe Wirksamkeit der Kontrollen hin. So lagen im Jahr 2011 knapp zwei Drittel (65 Prozent) der mobil gemessenen Verstöße im Bereich von bis 10 Kilometer pro Stunde zu viel. Noch zwei Jahre zuvor waren dies noch 54 Prozent. Während der Anteil der Geschwindigkeitsverstöße zwischen 11 und 15 Kilometern pro Stunde seit 2009 nur leicht gestiegen ist, sind die deutlichen Geschwindigkeitsüberschreitungen bis hin zur Raserei stark rückläufig.

Das macht die Forderung nach verstärkten Messungen vor Kindergärten und Schulen überflüssig. So zog der fraktionslose Stadtvertreter Manfred Strauß einen entsprechenden Antrag zurück. "Es ist erfreulich, dass die Kraftfahrer insgesamt disziplinierter in der Landeshauptstadt unterwegs sind, was wir sicherlich auch den intensiven Kontrollen unseres Ordnungsamtes und der Polizei zu verdanken haben. Und genau deshalb ist es auch richtig, unabhängig von der sinkenden Zahl der Verstöße mit den Kontrollen nicht nachzulassen", so die Oberbürgermeisterin.