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Hochseefischerei Fangquoten und Erlöse stabil

Von Birgit Sander | 23.12.2016, 21:00 Uhr

Gefangen wurden Kabeljau, Schellfisch und Seelachs vor Norwegen und Rotbarsch vor der Grönländischen Küste und auch Heringe und Makrelen in der Nordsee

Die deutsche Hochseefischerei ist nach Angaben ihres Verbandes mit den Fängen und Erlösen des Jahres 2016 zufrieden. „Die Quoten sind abgefischt“, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hochseefischerei-Verbandes, Uwe Richter, in Hamburg. Gefangen wurden Kabeljau, Schellfisch und Seelachs vor Norwegen und Rotbarsch vor der Grönländischen Küste und auch

Heringe und Makrelen in der Nordsee. Als letztes habe sich ein Schiff mit Schwarzem Heilbutt an Bord auf den Heimweg gemacht. Seit gestern seien alle acht Schiffe im Hafen, so dass die Fischer das Jahresende zu Hause verbringen könnten, so Richter. Am 2. Januar starte die neue Saison mit dem Makrelenfang.

Richter zufolge bewegten sich die Fangquoten auf dem Vorjahresniveau. Sie seien über die Jahre relativ stabil. Es gebe in der Hochseefischerei keine so drastischen Quotenkürzungen wie für die Kutter- und Küstenfischer in Nord- und Ostsee. Auch für 2017 gleichen sich nach seinen Worten Quotenkürzungen wie beim Rotbarsch wegen der Bestandssicherung mit Erhöhungen wie beim Kabeljau wieder aus. Auch die Erlöse seien 2016 stabil gewesen. Voraussetzung dafür sei allerdings auf dem europäischen Markt das MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei für Kabeljau, Schellfisch und Seelachs, Hering, Makrele und Blauen Wittling. „72 Prozent der gesamten Anlandungen aus europäischen Gewässern sind MSC-zertifiziert“, sagte Richter, der auch Geschäftsführer der Euro-Baltic Fischverarbeitung in Sassnitz-Mukran ist. Nichtzertifizierter Fisch wie Schwarzer Heilbutt und Rotbarsch werde überwiegend im asiatischen Raum vermarktet.

Das MSC-Siegel wird für fünf Jahre vergeben, allerdings würden die Fischbestände, die Fangtechnik und Fangeinsätze jährlich bewertet, sagte Richter. So könne das Siegel bei einem Bestandsrückgang ausgesetzt werden. Die Fangtechnik dürfe den Meeresboden nicht zerstören. Die Fischerei müsse Schongebiete und Schutzzonen meiden und untermaßige Beifänge vermeiden.

Das im Vorjahr heftig diskutierte Rückwurfverbot für Fische, die zu klein sind, sowie für unerwünschte Beifänge ist Richter zufolge in der Fischerei etwa bei Hering und Makrele kein Aufregerthema mehr. Die Beifänge seien dank entsprechender Netze gering. Die Fischer seien bemüht, sie zu vermarkten. So gingen bei der Makrelenfischerei häufig Seehechte mit in die Netze, die auf die Makrelenquote angerechnet würden. Problematisch sei es nur bei Fischarten, für die Deutschland keine Quote habe. Dann müsse getauscht werden.