Ein Angebot des medienhaus nord

Übersicht Export sogar bis nach Japan

Von Thorsten Meier | 15.10.2008, 05:39 Uhr

Sanddornbeeren sind nicht nur außerordentlich schmackhaft. Bereits Dschingis Khan wusste auch die gesundheitliche Wirkung der Wildfrucht zu schätzen. Die orangeroten Beeren enthalten siebenmal mehr Vitamin C als Zitronen und wurden dieser Tage von den Mitarbeitern der Sanddorn Storchennest GmbH von den Plantagen geholt.

Ludwigslust - Einen vielleicht eisigen Vorgeschmack auf den kommenden Winter erlebt seit gestern Beatrice Francke. Die Mitarbeiterin der Ludwigsluster Sanddorn Storchennest GmbH holt derzeit mit ihrem Gabelstapler die Holzkisten mit den auf minus 27 Grad Celsius heruntergefrorenen Sanddornzweigen aus dem Kühlhaus hinter der Schlossgärtnerei, um sie der Rüttelmaschine zu übergeben.

Vor zwei Tagen haben die Sanddornler ihre diesjährige Ernte von den Sträuchern eingefahren. Das Unternehmen ist mit seinen rund 90 Hektar Plantagen der größte Anbieter von Sanddornbeeren in Deutschland. Und selbst europaweit gibt es kaum einen vergleichbar großen Sanddornanbau. Acht feste Mitarbeiter hat das Unternehmen. Zur Erntezeit, die von August bis Oktober geht, kommen noch einmal bis zu 25 Erntehelfer dazu. Die Geschäftsführung liegt in den Händen von Frank Spaethe. Der studierte Gartenbauingenieur leitet das Unternehmen seit dem Jahr 2000.

„Wir rechnen in diesem Jahr nur mit einer mittelmäßigen Ernte. Die etwas zu nasse Witterung im Frühjahr zur Blütezeit und die Tatsache, dass 2007 sehr viel geerntet wurde, wodurch 2008 weniger Fläche vorhanden war, führen zu diesem Ergebnis. Geschnittene Sträucher brauchen nämlich bis zu zwei Jahre Ruhe. Im Jahre 2007 haben wir knapp 100 Tonnen geerntet, mit 50 bis 60 Tonnen rechnen wir in diesem Jahr. Gut zwei Drittel der eigenen Ernte lassen wir von streng kontrollierten Lohnunternehmen zu außergewöhnlichen Spezialitäten weiterverarbeiten. Immer mehr davon auch in ökologischer Qualität“, berichtet der 40-Jährige weiter.

Erhältlich sind die Köstlichkeiten aus Sanddorn übers Datennetz im Onlineshop, im eigenen Hofladen und in ausgewählten Einzelhandelsgeschäften im gesamten Bundesgebiet. Doch auch im Ausland sind die Ludwigsluster Sanddornspezialitäten mittlerweile zu finden. Eine kleine Auswahl des umfangreichen Sortimentes exportieren die Lindenstädter sogar bis nach Japan, wo Sanddorn als teure Delikatesse gehandelt wird. Die unverarbeiteten Beeren finden immerhin europaweit ihre Kunden.