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Übersicht EU-Minister beraten Ostsee-Fangquoten - Streit um Hering

Von dpa | 27.10.2008, 02:15 Uhr

Luxemburg - Die für Fischerei zuständigen EU-Minister sind am Montag in Luxemburg zu Beratungen über die Fangquoten für die Ostsee zusammengekommen.

Festgelegt werden sollen unter anderem die erlaubten Fangmengen für das Jahr 2009 für den Dorsch, Hering, Steinbutt, Lachs sowie Flunder und Sprotte.

Umstritten ist die Quote für den Hering, die die EU-Kommission in der westlichen Ostsee um 63 Prozent absenken will. Agrar-Staatssekretär Gert Lindemann bezeichnete dies als „nicht akzeptabel und auch nicht wissenschaftlich herleitbar“. „Wir müssen hier ersteinmal über die korrekten Zahlen reden“, sagte Lindemann. Wissenschaftler warnen, dass die Heringsbestände bedroht seien.

Das Institut für Ostseefischerei in Rostock gibt nach Worten von Lindemann eine Sterblichkeit beim Hering von 36 Prozent an. „Wir gehen davon aus, dass die Sterblichkeit definitiv ausgeglichen werden muss“, sagte Lindemann. „Wir können keine weiteren Rückgänge akzeptieren.“

Was darüber hinaus für den Wiederaufbau getan werden solle, müsse nun beraten werden. „Dann werden wir nach unserer Auffassung bei einer Zahl landen, die sehr deutlich unter 63 Prozent liegt.“

Auch beim Dorsch müssen sich die deutschen Fischer auf Kürzungen der Fangmengen einstellen. Er gehe von einer Kürzung von 6 oder 7 Prozent aus, sagte Lindemann. „Die scheint uns auch gerechtfertigt.“ Das „Dilemma“ sei die massive Schwarzfischerei in der Vergangenheit.

Die Minister beraten auch über Maßnahmen zum Schutz des Thunfischs sowie einiger Tiefsee-Fischarten wie dem Tiefseehai oder dem Granatbarsch. Besonders der rote Thunfisch ist wegen anhaltender Überfischung nach Angaben der EU-Kommission gefährdet.