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Mecklenburg-Vorpommern Erstmals weniger als 90 000 Arbeitslose in MV

Von Redaktion svz.de | 29.08.2013, 11:55 Uhr

Entgegen dem Bundestrend hat es erneut einen leichten Rückgang der Arbeitslosenzahl in Mecklenburg-Vorpommern gegeben. Zugleich stagnierte die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten nahezu. Die Arbeitsagentur sieht keinen Grund zum Jubeln.

Zum ersten Mal seit der Wende liegt die Arbeitslosenzahl in Mecklenburg-Vorpommern unter 90 000. Das Ergebnis ist allerdings sehr knapp: 89 990 Arbeitslose wurden nach Angaben der Regionaldirektion Nord der Agentur für Arbeit im August gezählt. Das waren noch einmal rund 500 weniger als im Juli und 3200 Erwerbslose weniger als im August 2012. Wie die Chefin der Regionaldirektion, Margit Haupt-Koopmann, am Donnerstag erklärte, wurde im August die niedrigste Arbeitslosenzahl seit der Wende erreicht.

Zum Jubeln sieht Haupt-Koopmann dennoch keinen Grund. Das Ergebnis sei nicht auf die Wirtschaftskraft in Mecklenburg-Vorpommern zurückzuführen, sagte sie der Nachrichtenagentur dpa. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei innerhalb eines Jahres nur um 711 oder 0,1 Prozent auf 532 700 im Juni 2013 gestiegen. In Schleswig-Holstein seien im gleichen Zeitraum 12 000, in Hamburg 15 000 neue Arbeitsplätze entstanden. Davon profitierten auch viele Pendler aus Mecklenburg-Vorpommern, sagte Haupt-Koopmann. Weitere positive Impulse setzten die Urlaubssaison und der demografische Wandel.

Die Einstellungsbereitschaft im Nordosten ist der Bundesarbeitsagenut zufolge weiterhin verhalten. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging die Zahl der Stellenangebote um 7,7 Prozent zurück.

Die Arbeitslosenquote im Land blieb wie im Juli bei 10,7 Prozent. Damit liegt der Nordosten vor Sachsen-Anhalt, Bremen und Berlin.

Arbeitsmarkt in Brandenburg entspannt sich weiter

Die Zahl der Arbeitslosen ist im August in Brandenburg gegen den Bundestrend gesunken. Es waren 125 808 Brandenburger arbeitslos gemeldet, 2788 weniger als im Vormonat und 4638 weniger als im August 2012, wie die regionale Arbeitsagentur am Donnerstag mitteilte. Die Arbeitslosenquote lag bei 9,4 Prozent. Das waren 0,2 Prozentpunkte weniger als im Juli. Im Vergleich zum August 2012 sank die Quote um 0,3 Punkte.

Damit steht Brandenburg in Ostdeutschland besser da als Berlin (Quote: 11,7), Sachsen-Anhalt (10,8) und Mecklenburg-Vorpommern (10,7). Bundesweit lag die Erwerbslosenquote wie im Vormonat bei 6,8 Prozent.

Der deutliche Rückgang der Arbeitslosenzahl in Brandenburg sei erfreulich, sagte der Chef der Regionaldirektion, Dieter Wagon. „Positive Effekte am Arbeitsmarkt hatte jetzt vor allem die saisonale Arbeitskräftenachfrage von Betrieben aus der Landwirtschaft, dem Tourismusbereich und dem Hotel- und Gastgewerbe.“ Gerade bei den jungen Menschen unter 25 Jahren habe sich der günstige Trend fortgesetzt. In dieser Altersgruppe sank die Arbeitslosenquote um 0,8 Punkte auf 10,2 Prozent.

In Brandenburg hatte die Arbeitsagentur im August 11 960 offene Stellen im Angebot, 833 mehr als im August 2012. Am Ausbildungsmarkt hielten sich Angebot und Nachfrage fast die Waage: Zuletzt waren den Angaben zufolge noch 3278 Lehrstellen unbesetzt. Dem standen 3307 junge Menschen gegenüber, die noch einen Ausbildungsplatz suchten.