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Gefahrensituation für Senioren beim Überqueren der Fahrbahn wird entschärft Erster Zebrastreifen für Sternberg

Von Rüdiger Rump | 31.10.2011, 05:48 Uhr

Für ein Problem, das älteren Einwohnern aus dem Sternberger Finkenkamp seit langem auf der Seele liegt, zeichnet sich eine Lösung ab.

Für ein Problem, das älteren Einwohnern aus dem Sternberger Finkenkamp seit langem auf der Seele liegt, zeichnet sich eine Lösung ab. Um die Gefahren beim Überqueren der Straße praktisch vor ihrer Haustür zu verringern, soll auf Höhe des Edeka-Marktes ein gekennzeichneter Fußgängerüberweg angelegt werden. Das wird übrigens der erste Zebrastreifen in der Stadt. Eine Zusage aus dem Schweriner Verkehrsministerium liegt vor, bestätigte Wolfgang Blasko, Vorsitzender des Seniorenbeirates, gegenüber SVZ.

Vorausgegangen war ein Lokaltermin Ende August mit Berthold Witting, Referatsleiter im Verkehrsministerium, und der Unteren Verkehrsbehörde des Landkreises Parchim. Angestoßen hatte den die SPD-Fraktion in der Sternberger Stadtvertretung nach einer gemeinsamen Sitzung mit dem Seniorenbeirat. Auch im Hauptausschuss der Stadtvertretung war dieses Anliegen Thema. Er hatte die Verwaltung beauftragt, beim Landkreis tätig zu werden. Den Antrag auf einen Zebrastreifen und Tempo 30 hatte die Untere Verkehrsbehörde allerdings wenige Tage vor dem Ortstermin abgelehnt. "Es muss endlich gehandelt werden, bevor was passiert", erneuerte Kathrin Haese, Küchenleiterin im DRK-Seniorenzentrum und Stadtvertreterin, daraufhin ihre Forderung. Zumal diese Straße nach Fertigstellung des neuen Pflegeheims Ende diesen bzw. Anfang kommenden Jahres noch mehr von betagten Menschen frequentiert werde.

Weil es sich um eine Landesstraße,

die L 141, handelt, sei das Schweriner Ministerium angesprochen worden, erklärte Thomas Schwarz aus Demen, zu der Zeit und inzwischen wieder gewählter Landtagsabgeordneter der SPD. Er hatte das Anliegen unterstützt und auch an dem Lokaltermin teilgenommen. Ein Schnellschuss sei weder möglich noch dienlich, waren sich die Experten Ende August einig. Zumal rechtliche Rahmenbedingungen einzuhalten seien und der Straßenverkehr nicht lahm gelegt werden könne. Der Vertreter des Ministe riums versprach jedoch eine Lösung im Sinne der Sternberger Senioren.

Der Vorschlag aus dem Ministerium ging zunächst an den Seniorenbeirat, der Zustimmung signalisierte. Danach wird gegenüber dem Einkaufsmarkt zu beiden Seiten der Fahrbahn der Bordstein abgesenkt und ein so genannter Zebrastreifen angelegt. Der Stadt entstehen keine Kosten, die trage vollständig das Land. Sie würden sich auch in Grenzen halten, so Schwarz. Mit diesem Überweg sei der Spagat zwischen Kosten und Nutzen gelungen. "Eine gute

Investition in die Sicherheit", befindet Pascal Winkler, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Die Realisierung solle möglichst noch in diesem Jahr erfolgen, sei jedoch von der Witterung abhängig, was die Kennzeichnung des Überwegs mit weißen Streifen betreffe, schränkt Thomas Schwarz ein. "Jetzt, da wir ein positives Ergebnis unseres Bemühens haben, sollen die Arbeiten natürlich auch so ausgeführt werden können, dass nicht nach kurzer Zeit wieder nachgebessert werden muss", fügt Pascal Winkler an. Wichtig sei für ihn auch, dass bei dieser Lösung die Fußgängerampel an der Karl-Marx-Straße erhalten bleibe. "Die besteht dort schließlich aus gutem Grunde - damit die Schulkinder dort sicher über die Straße kommen."

Zufriedenheit auch beim Vorsitzenden des Seniorenbeirats. "Wenn das dann so kommt, wie zugesagt", so Wolfgang Blasko. Er hatte in einer gemein samen Sitzung von Seniorenbeirat und SPD-Stadtfraktion mit dem Schweriner Verkehrsminister, in der es eigentlich um Barrierefreiheit im weitesten Sinne ging, die Gunst der Stunde genutzt und das "uralte" Anliegen an dieser Stelle konkret auf den Tisch gebracht. "Wie das, was sonst zehn Jahre dauert, nun in weniger als zwei Monaten geklärt wurde, ist schon beachtlich", meint Blasko. Auch Esther Schwarz aus dem Betreuten Wohnen ist froh, bald sicherer über die Straße zu gelangen. Die 81-Jährige versorgt sich allein, wie sie sagt, kauft ein, kocht und macht die Wäsche. "Die Beine wollen aber nicht mehr richtig. Manchmal komme ich gar nicht so schnell über die Straße, wie ein Auto heran ist." Das soll sich demnächst ändern. Dann kann die Seniorin mit ihrem Rollator beruhigt die Straße überqueren.