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Mestlin: Schlechtestes Ernteergebnis seit Jahren<br></br> Erntefest mit gemischten Gefühlen

Von Michael-Günther Bölsche | 12.09.2011, 11:40 Uhr

Während die Pampower Blasmusiker zur Kaffeetafel und zum Tänzchen aufspielten, zog Verena Nörenberg-Kolbow von der örtlichen LPG gegenüber unserer Redaktion ein erstes Erntefazit.

Es begann mit einem Festgottesdienst in der um 1250 errichteten Feldsteinkirche, den die Christenlehrekinder und Pastor Kornelius Taetow gestalteten. Während der Pastor darüber predigte, dass man nicht vom Brot alleine leben könne, sondern zum Wohlbefinden Liebe und Miteinander gehöre und man die Nahrung für die Seele nicht vergessen möge, spielten die Kinder eine kleine Geschichte vom Wachsen und Gedeihen. Sie wiesen darauf hin, dass alles seine Zeit zum Wachsen benötigt und dass aus einem kleinen Samenkorn letztlich ein großer Baum wird.

Und dann wurde die große und schwere Erntekrone aus der Kirche getragen. Sie bildete die Spitze des Erntefestumzuges. Eleonore Wulpiadesz, Grete und Eckart Krüger, Helga und Werner Kazcor, Irmgard Laack, Ingrid Bode, Wolfgang Mallock, Verena Nörenberg-Kolbow sowie Andrea Gerlach haben sie gebunden und werden dieses Prunkstück auch auf der kreislichen Ausstellung in der Sparkasse in Parchim präsentieren.

Am Festumzug, der wegen der umfangreicher Bauarbeiten im Dorf über eine etwas andere Strecke als üblich führte, nahmen 17 Wagen teil, darunter sehr liebevoll und zum Teil aufwändig geschmückte. Es regnete zur Freude der Kinder Bonbons, Gummitiere und Lutscher, und die Gärtnerei Wonglosrz spendierte neben Tomaten vom fahrenden Grill Bratwurst.

Während die Pampower Blasmusiker zur Kaffeetafel und zum ersten Tänzchen aufspielten, zog Verena Nörenberg-Kolbow von der örtlichen LPG gegenüber unserer Redaktion ein erstes Erntefazit. "Wir konnten vor einer Woche die Ernte im Wesentlichen abschließen. Allerdings hat uns Petrus in diesem Jahr übel mitgespielt", sagt die Landwirtin. Sie rechnet zwar beim Mais mit relativ guten Ergebnissen, doch von den 400 Hektar Weizen, 150 Hektar Gerste und 360 Hektar Raps werden bestenfalls Ergebnisse mittlerer bis schlechterer Qualität und Quantität erwartet. "Allein 80 Prozent unserer Ernte wurde feucht eingebracht, und so mussten wir zusätzliche Kosten für Trocknung und Reinigung aufbringen. Wie diese aufgefangen werden können, bleibt noch offen", sagt Nörenberg-Kolbow, die in ihrer Agrarzeit seit 1980 so eine nasse Saison nicht erlebt hat. Vor allem beim Raps war der Besatz (Unkräuter und dergleichen) relativ hoch. Während etwa 1000 Tonnen Weizen in eigener Halle eingelagert wurde, ist die Masse des Erntegutes an den Landhandel Peters in Vimfow verkauft worden. Froh ist sie, dass sie mit den Folgearbeiten relativ gut im Zeitplan liegt. Teile des Winterweizens und -roggen sind bereits im Boden und sollen im kommenden Jahr hoffentlich für eine bessere Ernte sorgen.

Auch in Ziegendorf wurde am Wochenende das Erntefest gefeiert. 15 Gespanne, darunter die örtliche Freiwillige Feuerwehr und viele Pferdereiter, zogen durch das Dorf, bevor sich Einwohner und Gäste zur Kaffeetafel im Gemeindesaal einfanden. Die Barniner Blasmusik spielte auf und die Organisatoren sagen allen Aktiven und vor allem den Sponsoren Dank, denn ohne die Mitwirkung aller wäre so ein Fest nicht möglich.