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Schwieriges Umfeld Entwicklung der Jugendherbergen in MV stagniert

Von Joachim Mangler | 03.02.2019, 20:00 Uhr

Das Jahr 2018 war für die Tourismusbranche dank des Dauersommers ein Traumjahr. Nicht so für die Jugendherbergen, dort stagnierten die Übernachtungszahlen.

Die Jugendherbergen im Nordosten haben 2018 nach vorläufigen Berechnungen die Zahl der Übernachtungen auf Vorjahresniveau gehalten. 2017 waren in den Herbergen rund 392 000 Übernachtungen registriert worden. Hintergrund dieser Entwicklung, die im Gegensatz zu den Zuwächsen der anderen Touristikbereiche steht, sei das schwierige Marktumfeld bei Kinder- und Jugendreisen, sagte Kai-Michael Stybel vom Landesverband der Deutschen Presse-Agentur. «Das ist nicht durch Wachstumspotenzial geprägt.»

Die Reisenden kämen zu etwa zwei Dritteln aus MV und den Bundesländern Brandenburg und Berlin. Dabei machten den Herbergen auch die soziale Entwicklung und die zunehmende Armutsgefährdung zu schaffen. «Wenn im Klassenverbund zwei oder drei Elternhäuser davon betroffen sind und sich verweigern, finden manche Fahrten einfach nicht statt», sagte Stybel. So zeige der Blick auf die Statistik der letzten acht Jahre, dass Jugendherbergen, Schullandheime oder vergleichbare Einrichtungen rund 100 000 Übernachtungen verloren haben und nun nur noch rund 900 000 Übernachtungen verzeichnen.

Mitgliedschaft via Karte

Um diese Entwicklung zu bremsen, soll die künftige Ehrenamtskarte des Sozialministeriums mit einer DJH-Mitgliedschaft verbunden sein. Positiv sei ebenso, dass das Land von 2019 bis 2023 den Mitgliedsbeitrag im Jugendherbergswerk für die mehr als 600 Schulen übernimmt. Damit erhielten die Schulen Zugang zu allen Herbergen der Welt. Laut Schulfahrtenerlass des Ministeriums sind eine bis zwei Klassenfahrten in der Grundschulzeit möglich. Zwischen Klasse fünf und zehn soll es mindestens eine sein, eine zweite kann stattfinden, wenn beim Schulamt dafür Geld vorhanden ist. In der elften oder zwölften Klasse ist eine Fahrt möglich.

Der DJH-Landesverband ist mit 16 Herbergen und rund 240 Beschäftigten der größte Anbieter für Kinder- und Jugendunterkünfte in MV. 2018 musste die Herberge in Beckerwitz bei Wismar wegen Mängeln beim Brandschutz geschlossen werden, sagte Stybel. Für Ende 2019 gehe es in Barth um eine mögliche Nachnutzung des Reiterhofs. Gleichzeitig gebe es noch Potenziale: Im Umfeld der Rostocker Sportarena und in Kühlungsborn sollen Herbergen gebaut werden.