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Weihnachtsspendenaktion Elvira Burmeister ist beim Wünschewagen von Anfang an dabei

Von Sebastian Lohse | 04.01.2022, 15:56 Uhr

Seit wann genau sie zu den Ehrenamtlern des ASB-Wünschewagens gehört, kann die Ehrenamtliche Elvira Burmeister nicht sagen. An ihre erste und bisher einzige Fahrt erinnert sie sich aber gut.

Für Elvira Burmeister aus Bentwisch war die Entscheidung, beim Wünschewagen mitzumachen, eine einfache. Als Mitarbeiterin beim Regionalverband Warnow-Trebeltal des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) hat sie früh von dem Projekt erfahren und ist gleich mit eingestiegen.

Letzte Wünsche wagen und erfüllen

Das ist mittlerweile ein paar Jahre her. Bisher konnte sie nur an einer Fahrt teilnehmen. Doch die hat sie bestärkt weiterzumachen und auch zukünftig an der Seite von sterbenskranken Menschen letzte Wünsche zu wagen. „Es ist wichtig, dass Menschen Wünsche haben“, sagt Elvira Burmeister. Mit dem ASB-Projekt haben sie und die anderen Ehrenamtlichen die Möglichkeit, diese auch zu erfüllen.

Medizinische Erfahrung hat die Bentwischerin nur bedingt. Sie ist im Kitaverband tätig und steht Erziehern und Kitas als Fachberaterin zur Seite. Daher kommt auch nicht jede anstehende Fahrt für sie infrage. „Es gibt oft Bedingungen, dass man beispielsweise aus dem Pflegebereich kommen oder eine Trage bedienen können muss.“ Im Sommer hat es dennoch geklappt und sie durfte an ihrer ersten Wünschewagen-Fahrt teilnehmen.

Ein Ausflug an die Ostsee

Die Reise sei aufregend gewesen. Sowohl für die Ehrenamtliche als auch für die Wünschende selbst. Die Frau aus der Müritzregion wollte einen letzten sommerlichen Ausflug nach Kühlungsborn unternehmen. „Dort hat sie früher Urlaub gemacht und wollte noch einmal dorthin“, erinnert sich Elvira Burmeister. Mit Blick aufs Meer wurde Eis gegessen, ganz viel erzählt und in den Läden des Ostseebads gestöbert. „Dabei haben wir erfahren, dass die Frau damals selbst eine Boutique besaß.“

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Die Frau war Mitte 50 und hatte eine 16-jährige Tochter. Elvira Burmeister, die in einem ähnlichen Alter und ebenfalls Mutter ist, hat die Reise auch nach deren Abschluss weiter beschäftigt. Einfach abhaken konnte sie das Erlebte nicht. „Ich habe mich hinterher immer wieder gefragt, wie es ihr wohl geht“, erzählt sie.

Um über solche Erfahrungen zu sprechen, bieten sich die regelmäßigen Feedback-Abende des ASB an, bei denen sich die Ehrenamtlichen treffen. „Sie stärken das Zusammengehörigkeitsgefühl und bieten eine Möglichkeit für den Austausch. Dabei wird auch über die eigenen Fahrten noch einmal gesprochen“, sagt Elvira Burmeister.

Das Thema Tod gehört zum Leben

Sie selbst ist ein sehr emotionaler Mensch. „Allein die Wünsche zu lesen bewegt mich schon.“ Dennoch sei es wichtig, über den Tod zu reden. Das Thema würde in der Gesellschaft zu wenig behandelt, meint die Bentwischerin. „Es sollte mehr zum Leben dazugehören.“

Besonders Schicksale jüngerer Menschen machen sie oft betroffen. „Wenn ich lese, dass ein junger Familienvater oder eine junge Mutter verstorben ist, dann geht mir das schon sehr nahe.“ Dennoch sei es keine Frage des Alters. „Man darf die Schicksale nicht vom Alter abhängig machen.“ So ist ihre Großmutter über 90 Jahre alt geworden, dennoch war es traurig, diesen wichtigen Menschen verloren zu haben. Genauso wie ihre Cousine, die den Kampf gegen den Krebs früh verlor.

Sprechen hat ihr geholfen, mit der Situation umzugehen. Das ist nach ihrer Ansicht auch eine wichtige Eigenschaft für alle, die das Projekt ehrenamtlich unterstützen wollen. Man braucht Empathie und muss zuhören können, sagt Elvira Burmeister. Sie hofft, dass der Wünschewagen auch in Zukunft durchs Land rollt. „Und dass das Wünschen und Wünscheerfüllen nicht aufhört.“

Das Projekt sollte noch bekannter werden

Außerdem sollte für den Wünschewagen auch mal ein Auge zugedrückt werden. So hätte das Team beim Parken in Kühlungsborn fast einen Strafzettel kassiert. „Wir haben ja keinen Rettungsweg blockiert“, erinnert sich die Ehrenamtliche. Umso wichtiger sei es, das Projekt noch bekannter zu machen. „Ich hoffe, dass es weiter unterstützt wird. Es ist immerhin kein Selbstläufer.“

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