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Rehnaer und Schlagsdorfer fertigen Petition aus Eltern fordern Politiker heraus

Von Sabrina Panknin | 02.02.2011, 10:25 Uhr

Eltern aus Rehna und Schlagsdorf gehen auf die Barrikaden gegen die neue integrative Beschulung an den Allgemeinbildenden Schulen im Land. Sie fordern...

Die ausgearbeitete Petition der Elternräte der Regionalen Schulen mit Grundschulen in Rehna und in Schlagsdorf umfassen insgesamt zehn Punkte. Dabei geht es den Eltern wie auch den Lehrerinnen und Lehrern vor allem um das Thema der integrativen Beschulung. "Am Eltern-Lehrer-Stammtisch haben wir uns mit dem Thema beschäftigt. In Zusammenarbeit mit den Elternratsvorsitzenden der Schule Schlagsdorf ist die Endfassung entstanden", sagt Daniela Neetzel, Elternratsvorsitzende der Regional Schule Rehna.

Zusammen mit den Lehrerinnen und Lehrern sowie auch einigen älteren Schülern haben die Eltern viele Monate über die momentane Situation an den Schulen diskutiert. Gegen integrative Beschulung sei nichts einzuwenden, so Neetzel. Dennoch müssten die Rahmenbedingungen dafür stimmen. Seit diesem Schuljahr werden Kinder mit spezieller Förderbedarf nicht mehr an den Förderschulen des Landes eingeschult, sondern an den Grundschulen. "Bei den großen Klassen, wie wir sie derzeit haben, ist es den Lehrern nicht möglich, individuell auf jedes Kind einzugehen", sagt Rehnas Schulleiter Uwe Seemann. Deshalb wünscht er sich nicht nur Weiterbildungsangebote für seine Lehrer, sondern auch Sonderschulpädagogen an jeder Schule. Auch Ralf Federmann, stellvertretender Schulleiter der Regional-Schule in Schlagsdorf, sieht Probleme in der integrativen Beschulung. "Zusammen mit der Elternratsvorsitzenden unserer Schule, Martina Thomann, haben wir uns mit den Rehnaern zusammengesetzt. Wir schließen uns den Forderungen an und hoffen, dass wir damit andere wachrütteln können", so Federmann.

Auch Daniela Neetzel wünscht sich, dass sich etwas ändert. Für die Mutter ist es unvorstellbar, dass Fakten geschaffen werden, ohne dass die Bedingungen dafür gegeben sind. "Es kann doch nicht sein, dass einem diagnostizierten Kind nur 0,5 Förderstunden zukommen, wenn ein Bedarf von fünf Stunden errechnet wurde", sagt Neetzel. Die Eltern fordern aber nicht nur mehr Stunden pro Schüler, sondern auch kleinere Klassen, sofortige Weiterbildungsangebote für Grundschullehrer und den Erhalt der Diagnose-Förderklassen (DFK) bei integrativer Beschulung. "Wir fordern Grundsätzliches. Es bringt nichts, wenn man mir jetzt mehr Stunden zuweist, und diese dann woanders wegnimmt. Wir wollen das für alle Schulen erreichen, damit keiner einen Nachteil hat", sagt Uwe Seemann.

Allein im Interesse der Kinder muss jetzt etwas getan werden, ist sich Daniela Neetzel sicher. "Mir bringt es nichts, wenn Minister Tesch sagt, nach der Wahl wird das Angebot ausgebaut, wenn die Schulen jetzt nicht mal die Stunden haben, die ihnen zustehen", sagt Neetzel. Der Elternratsvorsitzenden geht es aber nicht nur um die Kinder, die speziell gefördert werden müssten: "Wir haben auch Schülerinnen und Schüler in den Klassen, die gefordert werden wollen." Deshalb sei es wichtig, dass jetzt Rahmenbedingungen geschaffen werden, die die Kinder auf lange Sicht weiterbringen. "Was jetzt versaubeutelt wird, weil die Bedingungen nicht stimmen, muss die Gesellschaft später auffangen. Wir müssen jetzt anfangen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist", so Neetzel.