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Elke Meyer aus Schildfeld sammelt seit Jahren aus Leidenschaft Eine Reise in die Vergangenheit

Von Brunhilde Schmidt | 24.02.2011, 11:16 Uhr

Meyer aus Schildfeld kennt die freudigen Begegnungen vieler Besucher mit dem einst praktischen oder auch unpraktischen DDR-Alltag. Sie hat sich zusammen mit ihrer Familie ein DDR-Museum eingerichtet.

"Ach, das hatten wir auch in der Küche" - gemeint ist die abklappbare Abwäsche mit den beiden Schüsseln. "Und hier, diese Schleuder, die kenn ich auch noch - und dort der Staßfurt Fernseher."

Elke Meyer aus Schildfeld kennt diese freudigen Begegnungen vieler Besucher mit dem einst praktischen oder manchmal auch unpraktischen DDR-Alltag. Sie hat sich zusammen mit ihrer Familie in Schildfeld ein kleines DDR-Museum eingerichtet. Eigentlich, so berichtet die 46-jährige leidenschaftliche Sammlerin, begann alles recht kurios: Als in unmittelbarer Nähe ihres Hauses nach der Wende in Schildfeld der Konsum abgerissen wurde, rettete sie verschiedene Gegenstände. Sie fuhr 1995 mit einer vollen Ladung im Kofferraum nach Lenzen bei Dömitz. Dort wusste sie, gab es ein Konsum-Museum. Hier lieferte sie die "Schätze" aus Schildfeld ab. Später, im Jahr 2000 wollte sie erneut Sachen für das Museum abgeben - da stand sie vor verschlossenen Türen.

Pech für Lenzen - Glück für Schildfeld. Auf der Rücktour von Schildfeld sah sie abgelegt für den Sperrmüll eine alte Konsumwaage. "Da kam die Idee - warum sollen wir nicht auch zusammentragen, was uns im Haushalt zu DDR-Zeiten begleitete."

Begonnen hat es eigentlich mit dem Puddingpulver von Rotplombe. Die kleinen Tütchen hob sie über die Jahre auf und dazu gesellte sich Ata, Spee, Möbelpolitur usw.. Wer von ihrer Leidenschaft wusste, brachte, was er noch hatte. So konnte die Familie, zu der Ehemann Wernfried sowie Tochter Sandra gehören, für die Sammlerleidenschaft ab 2003 die erste Etage in der Mühle für eine Ausstellung nutzen. Dann hatten auch Besucher die Möglichkeit, sich an Tagen der offenen Tür in der Mühle diese Ausstellung anzusehen. 2009 bauten die Meyers aus und nahmen ihre Schätze auf das eigene Grundstück. 2010 eröffneten sie hier ihr kleines DDR-Museum, mit dem sie vielen Menschen, nicht nur den älteren, Freude bereiten.

"Es ist schön, dass man auf diesem Weg die Erinnerungen wieder auffrischen kann", schrieb ihnen eine Besucherin oder "Wir sind in Kindheits- und Erwachsenzeiten versetzt worden und bekamen ein bisschen Heimweh", heißt es in einer Eintragung im Gästebuch. In einem anderen Schreiben bedankten sich Besucher dafür, dass die vielen Gegenstände hier sorgfältig aufgehoben werden.

"Ich denke, mit meiner Sammelleidenschaft kann ich ein Stück DDR-Alltagsgeschichte erhalten. Das alles gehörte einmal zu unserem Leben. Die Gegenstände für die Nachwelt aufzuheben, das ist mir wichtig", ist Elke Meyer überzeugt. Natürlich macht es neben ihrer beruflichen Tätigkeit - sie arbeitet als Verkäuferin beim Bäcker - viel Arbeit. Die Familie unterstützt sie nach Kräften beim Reinigen der Gegenstände und auch beim Reparieren. Offen hat das kleine Museum zu Ostern, zu Pfingsten sowie im August, September und Oktober jeden ersten Sonntag im Monat. Zu finden ist das kleine Museum in Schildfeld An der Schildmühle 8.