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TV-Serie in MV Eine Ärztin für die Insel Rügen

Von Ronny Stein | 07.04.2018, 16:00 Uhr

ARD zeigt aber nächster Woche neue Serie „Praxis mit Meerblick“, Tanja Wedhorn übernimmt den Part der Medizinerin

Egal, ob Bergdoktor, Landarzt oder Klinikchef – Mediziner sind beliebte Serienhelden. Nun wird der Reigen der heilenden Hände durch die Inselärztin Nora Kaminski fortgesetzt. Die schlagfertige Ruhrpott-Dame hat es nicht so leicht, bei den spröden Einwohnern auf Rügen Vertrauen zu gewinnen. In der neuen Komödienreihe „Praxis mit Meerblick“ zeigt die ARD die idyllischen Seiten der Insel und die komischen Eigenschaften der Patienten. Am 13. April wird um 20.15 Uhr die Episode „Brüder und Söhne“ gesendet, in der die Ärztin ohne Doktortitel allmählich mit den Nordlichtern warm wird. Die Butenschön-Brüder sorgen dafür, dass es in Noras Leben endlich mehr gibt als die Doppelbelastung in der Praxis und dem Rettungsdienst.

In der Rolle der Inselärztin kann Tanja Wedhorn ihre vielseitigen Begabungen zeigen. Die Schauspielerin, 1971 geboren, stand bereits als Kind im Schultheater auf der Bühne. Ab 1994 studierte sie Schauspiel an der Universität der Künste in Berlin, wo sie vier Jahre später ihren Abschluss machte. Bereits während dieser Zeit übernahm sie kleine Film- und Fernsehrollen. Bekannt wurde sie ab 2004 als Titelheldin in der ersten deutschen Telenovela „Bianca – Wege zum Glück“.

Nun ist sie Nora Kaminski, die nach zwei Jahren als Ärztin auf einem Kreuzfahrtschiff ihren Job nicht ganz freiwillig aufgeben musste. Sie ist über die Chance eines Neuanfangs auf der Insel Rügen heilfroh. Mit ihrem Praxispartner Dr. Freese (Stephan Kampwirth) wohnt sie unter einem Dach. Es wird eng, als sich Noras inzwischen erwachsener Sohn Kai (Lukas Zumbrock) in der Ärzte-WG einquartiert. Der Jurastudent aus Berlin gibt vor, auf Rügen eine wichtige Hausarbeit fertigstellen zu wollen. Nora hat aber keine Zeit, sich um Kai zu kümmern. Matthias Butenschön (Shenja Lacher) hat es ihr angetan: Er ist nicht nur ein attraktiver Mann, sondern kümmert sich sehr um Robin (Max Dominik), der das Downsyndrom hat. Dass er selbst dringend Hilfe braucht, möchte sich der stolze Kutterfischer in dritter Generation jedoch nicht eingestehen.

Tanja Wedhorn hatte die Chance, an der Rollenentwicklung mitzuarbeiten. „Das ist ein großes Glück, für das ich sehr dankbar bin – es gibt immer wieder Treffen mit unseren Autoren und meiner Produzentin, an denen ich teilnehmen darf. Es ist ein kreatives Brainstorming und macht sehr viel Spaß.“

An Nora Kaminski gefällt ihr besonders der trockene Humor und eine solide Bodenständigkeit. Sie selbst ist eine viel beschäftigte Schauspielerin und hat zwei schulpflichtige Kinder. Da braucht sie auch eine gewisse praktische Ader, denn Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen ist nicht immer einfach. „Die Arbeitstage sind lang, man weiß nie, wann man nach Hause kommt“, erzählt die Schauspielerin. Wenn sie außerhalb der eigenen Stadt oder des eigenen Landes dreht, ist sie schnell mal für vier oder fünf Wochen nicht zu Hause. „Unter einen Hut bekomme ich Kinder und Karriere wie alle arbeitenden Eltern: Planung, Nerven behalten, Hilfe annehmen.“

Am 20. April sendet die ARD dann um 20.15 Uhr den Film „Der Prozess“. Nora Kaminski will endlich die falschen Vorwürfe aus ihrer Zeit als Schiffsärztin ausräumen, die auf Rügen sogar der Briefträger kennt und ihren Neuanfang überschatten. Aber vor Gericht wartet eine böse Überraschung auf Nora: Durch die dreiste Falschaussage eines Zeugen sieht sie sich der Anschuldigung gegenüber, Medikamente unter der Hand verkauft zu haben. Sogar ein weiteres Verfahren wegen Totschlags droht.

Es bleiben nur drei Tage, um die Verteidigung neu aufzustellen. Unerwartete Hilfe bekommt Nora ausgerechnet von ihrem Exmann Peer (Dirk Borchardt). Der Anwalt will etwas gutmachen. Kann Nora seine Hilfe annehmen? Es bleibt spannend.