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Biosphäre-Park-Fest am Roggendorfer Schloss Ein Park im Wandel der Zeit

Von Ines Engelbrecht | 12.09.2011, 12:08 Uhr

In der zweiten Auflage startete am Sonnabend das Biosphäre-Park-Fest am Roggendorfer Schloss.

In der zweiten Auflage startete am Sonnabend das Biosphäre-Park-Fest am Roggendorfer Schloss.

Die Utechter Blaskapelle machte den musikalischen Auftakt auf der Bühne, ehe Leif Tenneman im Nachmittagsprogramm die Zuschauer unterhielt. Die jüngsten Gäste hatten Spaß mit Zauberei, Comedy, dem Figuren Theater "Tandera" und nutzen die Mal- und Bastelangebote. Im Schloss wurden Fachvorträge gehalten über die im Biosphärenreservat lebenden Tiere und heimische Pilze. Führungen durch die Parkanlage und ins Moor wurden von den Gästen gerne wahrgenommen. Zwar war man bei der diesjährigen Wetterlage besser beraten mit Gummistiefel und Regenjacke, das hielt aber auch Anke Putsch nicht ab, die Parkführung mit Christian Weinreich mitzugehen. Weinreich erstellte 2009 die Machbarkeitsstudie über den Park Roggendorf. "Ich war vorher schon einmal durch den Park gegangen und bin fasziniert. Was ich über diesen Park, seinen ehemaligen Besitzer, Curt von Haase, mit viel technischem Verstand, und dem damaligen Landschaftsgestalter Leberecht Migge erfahre, ist sehr interessant. Die Pilzwanderung möchte ich auch noch mitmachen", so die Möllnerin begeistert.

Landschaftsplaner Weinreich erzählte den Gästen, die an der Parkführung teilnahmen, sehr viel Interessantes über den letzten Besitzer von Haase. Der Hamburger Fabrikant hatte eine Gaslaternenfabrik, war der modernen Technik aufgeschlossen und selber ein Tüftler. Nicht nur das er die Teichanlagen mit Finessen ausstattete, für ihn öffnete sich die Erde und ein so genanntes Tischlein deck dich kam empor. Die Rosenbögen waren illuminiert, also mit Glühlampen versehen und es gab bereist eine Telefonanlage vom Schloss bis in den Park. Der Landschaftsgestalter Migge bezog diese besonderen Wünsche des Besitzers mit in die Parkgestaltung ein. "Der Stil des Parks wandelte sich regelmäßig. Zu Gunsten der Vegetation ist es jedoch phänomenal, was sich im Parkboden noch befindet", so Christian Weinreich.

Das Amt des Biosphärenreservates, der Förderverein, die Stiftung gestalteten in Kooperation mit der bibendi Gruppe das Parkfest. Vor elf Jahren wurde die Mecklenburger Schaalseeregion von der Unesco als internationales Biosphärenreservat ausgezeichnet. Inzwischen hat sich die Region entwickelt, dank der Menschen, die in und mit ihr leben, betonte Birgit Hesse, die als Vorsitzende des Kuratoriums an diesem Tag eine Laudatio zur Eröffnung hielt.

In diesem Jahr will der Partner Fruchtquell Dodow mit einem Plantagenprojekt starteten und bei Bantin Apfelbäume pflanzen. Zukünftig soll im Reservat eine Quelle entdeckt und erschlossen werden, die Mineralwasser liefert, so der Geschäftsführer Frank Jähring.