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Bald Führerschein nötig? Drohnen in MV immer beliebter

Von THVO | 14.12.2016, 21:00 Uhr

Ministerium erteilte in diesem Jahr bereits 297 Allgemein- und Einzelgenehmigungen

Kameradrohnen werden immer beliebter. Inzwischen sind mehr als 400 000 davon in Deutschland unterwegs, schätzt die Deutsche Flugsicherung. Auch in Mecklenburg-Vorpommern steigt die Zahl der Genehmigungen für diese unbemannten Flugobjekte Jahr für Jahr. Wie das Verkehrsministerium auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, wurden in den ersten drei Quartalen dieses Jahres bereits 297 Allgemein- und Einzelgenehmigungen erteilt. Im selben Zeitraum des Vorjahres erteilte das Ministerium in 228 Fällen eine Genehmigung. 2014 waren es nur die Hälfte.

Die Zahl der meist als Quadrokopter mit vier Propellern betriebenen Fluggeräte ist jedoch weit größer. Denn eine Genehmigung ist nur dann notwendig, wenn das Gerät gewerblich genutzt wird oder schwerer als fünf Kilogramm ist oder von einem Benzinmotor angetrieben wird. Aber auch, wer ohne Genehmigung fliegt, muss bestimmte Regeln einhalten. Drohnen dürfen generell nur in Sichtweite benutzt werden, nicht über 100 Meter hoch und nicht in der Nähe von Flugplätzen so wie Menschenansammlungen fliegen. Auch eine Versicherung ist wichtig.

Wer dagegen verstößt, muss mit Geldstrafen bis zu 50  000 Euro rechnen. „Im laufenden Jahr wurden in Mecklenburg-Vorpommern bisher vier Ordnungswidrigkeiten ausgesprochen, im Jahr 2015 waren es insgesamt sieben“, sagte Ulrike Sennewald, Sprecherin des Verkehrsministeriums. Häufigster Verstoß: Nutzer konnten keine notwendige Genehmigung vorweisen oder starteten ihr Gerät in der Nacht.

Weil die Zahl der Drohnen jährlich zunimmt, arbeitet das Bundesverkehrsministerium in Berlin derzeit an schärferen Regeln für Drohnenpiloten. Unter anderen ist eine Kennzeichnungspflicht zur Identifizierung der Flugobjekte geplant und auch ein Führerschein für das Bedienen der Geräte ist im Gespräch.

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) unterstützt die Forderung des Bundesverkehrsministeriums nach einem Führerschein. „Ein verpflichtender Nachweis der Kenntnisse und Fähigkeiten des Steuerers wird von uns als gute Möglichkeit angesehen, den Flugverkehr trotz der zunehmenden Anzahl unbemannter Flugobjekte sicher zu halten“, sagte der Minister. Über die Einzelheiten zur Ausgestaltung der Regelung finden derzeit noch Abstimmungen zwischen dem Bund und den Ländern statt.