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Neueste Technik Digitalpakt startet in Röbel

Von Winfried Wagner | 18.12.2019, 13:36 Uhr

In Röbel an der Müritz hält die Digitalisierung künftig schneller Einzug. Als erste MV-Schule bekam der Campus Geld aus dem Digitalpakt für Netz und neueste Technik. Doch ohne Grundfähigkeiten nutzt auch Technik wenig.

Ungeachtet der neuen technischen Möglichkeiten sollten Schüler weiter zuerst Lesen, Schreiben und Rechnen lernen.„Das ist die Grundlage für alles andere“, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Mittwoch in Röbel/Müritz (Mecklenburgische Seenplatte), wo für Mecklenburg-Vorpommern die Umsetzung des Digitalpakts Schule gestartet wurde.

23 Starterschulen landesweit

Als erste Schule bekam der Schulcampus der Kleinstadt einen Förderbescheid über rund 282 800 Euro. Die verbundene Regionale Schule mit Gymnasium mit rund 660 Schülern und 45 Pädagogen hatte als erste Bildungseinrichtung die nötige Medienbildungskonzeption vorgelegt und beschäftigt sich bereits seit Jahren mit der Digitalisierung.

Landesweit sollen zunächst 23 „Starterschulen“ Geld aus dem Digitalpakt von Bund und Ländern erhalten, die nächste wird eine Schule in Ückeritz auf der Insel Usedom sein, wie Martin sagte.

„Wir wollen aber eine sanfte Einführung, bei der die Tafel neben dem ActivPanel, also den interaktiven Bildschirmen, weiter verwendet wird“, sagte Schulleiter Hans-Dieter Richter. Es sei falsch, wie es manche Schulen planten, Tafeln gleich zu verbannen. Man müsse Lehrer bei dem Prozess mitnehmen. „Lehrer müssen weiter mit Mimik, Gestik und Rhetorik arbeiten dürfen“, sagte Richter.

Geld für kabelloses Internet

Martin zeigte sich beeindruckt von dem Klima an der Einrichtung. In Röbel drohte vor Jahren die Schließung des einzigen Gymnasiums.

Damals wurde die Regionale Schule ausgebaut. Die Stadt übernahm die Trägerschaft, so dass der gymnasiale Teil erhalten wurde. Dazu kamen die benachbarte Therme, wo Schüler von der 5. bis 12. Klasse schwimmen können, sowie moderne Sportmöglichkeiten. Mit dem Geld soll das kabellose Internetsystem ausgebaut, interaktive Beamer angeschafft sowie Computerkabinette erneuert werden. „Wir hoffen, dass das nach der Ausschreibung ab März losgeht“, sagte Richter.

Die Entwicklung von Medienkompetenz im Unterricht werde immer wichtiger, erklärte die Ministerin. So müsse Schule die Kinder besser auf ein selbstbestimmtes Leben in der digitalen Welt vorbereiten.

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Digitale Bildung gehöre zu einer guten Bildung, denn es werde künftig keinen Beruf mehr geben, der nicht davon betroffen ist.

Mecklenburg-Vorpommern erhalte rund 100 Millionen Euro über einen Zeitraum von fünf Jahren. Landesweit sollen möglichst viele Schulen davon profitieren.