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Klassisches kretisches Labyrinth zur Verschönerung des Kiezes Die Vision: Ein Labyrinth für Hagenow

Von Franca Niendorf | 12.10.2011, 11:06 Uhr

Silke Meyer hat eine Vision für Hagenow: Ein begehbares und mit Rollstuhl befahrbares Labyrinth im Kiez. Das Konzept dafür stellte die Familientherapeutin der Caritas jetzt zusammen mit ihrer Mitstreiterin Corinna Wolf vor.

Silke Meyer hat eine Vision für Hagenow: Ein begehbares und mit Rollstuhl befahrbares Labyrinth im Kiez. Das Konzept dafür stellte die Familientherapeutin der Caritas jetzt zusammen mit ihrer Mitstreiterin Corinna Wolf, Sozialarbeiterin an der Europaschule, dem Präventionsrat der Stadt Hagenow vor, um möglichst viele potenzielle Partner für dieses Projekt zu gewinnen.

"Die Faszination für dieses alte Symbol begleitet mich schon seit Jahren", sagte Silke Meyer. Ein Labyrinth sei immer schnell geschaffen für Feste oder Projekte mit Kindern, und seit jeher beliebter Anziehungspunkt. "Warum dann nicht dauerhaft einen solchen Erfahrungsraum für vielfältige Begegnungen von Jung und Alt schaffen?"

Die Idee für ein klassisches kretisches Labyrinth ist schon von einem Schweriner Landschaftsplaner ausgearbeitet und mit dem Hagenower Bauamtsleiter Dirk Wiese besprochen worden. "Es ist eine gute Möglichkeit, um die Kinder- und Jugendarbeit im Kiez voranzubringen", so Wiese. Es blieben die Fragen nach der Finanzierung und wie das Objekt geschützt und dauerhaft am Leben erhalten werden kann.

Genau deshalb möchte Silke Meyer so viele Menschen wie möglich integrieren. Die Gefahr der Zerstörung sei so geringer, "weil sich die Leute mit selbst erschaffenen Dingen eher identifizieren". Sämtliche Träger könnten sich beteiligen, den Kiez der Stadt mitzugestalten, appellierte Corinna Wolf an die Anwesenden. Vorstellbar seien beispielsweise Projekte mit Jugendlichen, die Holzstelen fertigen, Steine bearbeiten, Bilder sprayen, oder mit den Werkstätten und der Lebenshilfe, die Flechtelemente gestalten. Schulen könnten an Texttafeln feilen oder Patenschaften für die Grünflächen übernehmen. "Es wäre schön, wenn das Ganze zu einem Gemeinschaftsprojekt wird", hofft Silke Meyer.

Ihre Vorstellung: Das 23 mal 26 Meter große Areal am ehemaligen Schulgarten soll nicht nur Spielplatz und Kunstraum sein für Schulen, Kitas, Jahresfeste oder die Stadtrallye. Ein Labyrinth sei genauso ein Lernort, an dem man auf seine innere Stimme hören könne, um über Irrungen und Wirrungen ans Ziel zu gelangen - "genauso wie es eben auch im realen Leben ist".

"Außerdem werden die rechte und linke Gehirnhälfte ausgeglichen", ergänzte Corinna Wolf einen weiteren Sinn dieses Projektes. Der Gang durch ein Labyrinth verbessere die Konzentration und stelle die körperliche und geistige Balance wieder her. Zudem bereichere so ein Ort die Stadt, so Silke Meyer. "Es ist ein touristischer Magnet und macht den Stadtteil zu einem attraktiveren Wohnort."

Alle seien nun aufgerufen, Ideen einzubringen und das Labyrinth mit Leben zu füllen. "Es ist ein Prozess, der mit den Jahren stetig wachsen soll. Jeder kann Projekte übernehmen, die für die jeweiligen Bereiche ausgeschrieben werden." Schon im März 2012 könnte der Bau des Fundaments beginnen. Dafür würde Bauamtsleiter Dirk Wiese noch im Herbst einen entsprechenden Antrag beim Verkehrsministerium einreichen. Im Sommer 2012 seien dann erste Projekte vorstellbar, so Silke Meyer.

Bevor allerdings das alte Symbol des Labyrinths in Hagenow auf moderne Art erlebbar gemacht wird, "sollen auch die Anwohner des Kiezes nach ihren Wünschen befragt werden", sagte die Initiatorin.