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WM auf Usedom Die schnellsten Strandkorbsprinter kommen aus Bansin

Von Birgit Sander | 26.01.2019, 17:38 Uhr

Die Strecke ist kurz, die Last schwer: Beim Strandkorbsprint tragen zwei Sportler ein gut 60 Kilo schweres Strandmöbel so schnell wie möglich 20 Meter weit.

Die Sprintstrecke am Strand von Ahlbeck auf Usedom misst nur 20 Meter - aber die haben es in sich: Ostseesand mit Schnee vermischt, zeitweiliger Flockenwirbel, Temperatur um den Gefrierpunkt. Zehn Teams treten am Samstag bei der Weltmeisterschaft im Strandkorbsprint gegeneinander an. Sieger ist das Team, das die Strecke am schnellsten bewältigt und dabei einen gut 60 Kilogramm schweren Strandkorb ins Ziel schleppt.

Nach dem Finalsieg im 13. Wettkampf in dieser nichtolympischen Disziplin dürfen sich nun Phillip Schmidt (24) und Johann Gloede (23) aus Bansin Weltmeister nennen. Sie bringen ihren Strandkorb in 5,05 Sekunden über die Ziellinie. Neben dem Titel gibt es einen Pokal und 500 Euro Preisgeld, für die Nächstplatzierten noch 200 und 100 Euro, wie Veranstalter Mayk Borchardt sagt. Die Wettkämpfer zahlen eine Startgebühr.

Knapp 1000 Besucher verfolgen das Spektakel, das der Höhepunkt des jährlichen Usedomer Winterstrandkorbfestes in der touristisch eher unterkühlten Jahreszeit ist. Früher ausgeschieden ist das einzige gemischte Team mit Ann-Kathrin Günther, Marketingmanagerin beim Hotelbetreiber Meeressterne GmbH auf Usedom, und ihrem Azubi Maximilian Förster. Sie sei für einen erkrankten Lehrling eingesprungen, berichtet die junge Frau. Der Qualifizierungslauf am Freitagabend unter Flutlicht war das einzige Training des Teams.

Großer Sportler-Ansturm blieb aus

Der große Ansturm von mehreren hundert Aktiven aus Deutschland, Polen und der Schweiz, die zuvor ihr Kommen angekündigt hatten, ist diesmal ausgeblieben. „Die Männergrippe geht um“, sagt Borchardt. Der 53-Jährige Strandkorbvermieter mit Kapitänspatent, der zehn Jahre zur See fuhr, gilt als der Erfinder des Strandkorbfestes im Januar. 2007 wurde es zum ersten Mal ausgetragen. Anfangs lief Borchardt noch selbst mit und holte mit seinem Teampartner sogar den Titel - in der Zeit von 4,91 Sekunden. Die wurden bisher nicht wieder erreicht.   Heute bleibt er lieber beim Organisationsteam. Fünf Männer unterschiedlicher Professionen finden sich dazu jährlich zusammen, darunter sein Sohn Eric, ein Student.

Die Organisatoren sorgen längst dafür, dass auch in den kommenden Jahren genügend Sportler bei dem winterlichen Gaudi am Korb bleiben. Vor den Finalwettkämpfen treten stets in einer Kinder-Strandkorb-Olympiade Aktive bis zu 14 Jahren gegeneinander an. Für die Junioren baute die Firma Korbwerk im benachbarten Heringsdorf extra leichtere Strandkörbe. Die Kleinsten bekommen ein paar Meter geschenkt. Die Zeiten sind vielversprechend: Um die 5,8 Sekunden brauchen die Schnellsten. Am Ende geht jedes Kind mit einer Goldmedaille aus der Arena.

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