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Schwerin: Frauenboot der Donnerstagsregatten <br></br> Die lächelnden Verlierer

Von Maren Ramünke-Hoefer | 13.09.2011, 02:42 Uhr

Sie ist Kapitän des Frauenbootes bei den Schweriner Donnerstagsregatten und so etwas wie die Meisterin im Verlieren. Doch Britta Staude lässt sich nicht entmutigen.

Sie ist Kapitän des einzigen Frauenbootes bei den Schweriner Donnerstagsregatten und inzwischen so etwas wie die Meisterin im Verlieren. Doch Britta Staude lässt sich nicht entmutigen, wenn ihr Boot mal wieder als eines der letzten ins Ziel kommt. "Es macht einfach zu viel Spaß", sagt die 39-jährige Wahl-Schwerinerin. "Bei der Donnerstagsregatta fahren wir gegen echte Super-Segler und Europa-Meister. Wir machen zwar manchmal alles falsch, was man falsch machen kann, aber wir lernen auch jede Menge. Und ich glaube auch, dass wir mit der Zeit immer schneller werden." Immerhin reichte es für Britta Staude, Britta Buklad und Kathrin Steuder in diesem Jahr schon für Platz 28 in der Gesamtwertung der Donnerstagsregatta 2011, die von der Sparkasse Mecklenburg-Schwerin gesponsert wird und vergangenen Donnerstag endete. Insgesamt 51 Boote gingen an den Start - allerdings nicht immer. Viele Steuermänner ließen viele Donnerstage ausfallen.

Britta Staude hat nur wenige Termine verpasst. Egal ob der Sturm pfeift, der Regen peitscht oder überhaupt kein Lüftchen über den See weht - für sie ist jedes Wetter Segelwetter. "So ein Boot, das hat eine ganz eigene Seele, das ist wie ein Stück von mir selbst", sagt sie. "Und der Schweriner See ist wie ein kleines Dorf. Wenn man einfach mal so rausfährt, trifft man immer Leute zum Quatschen. Das ist toll." Sobald es ihre Zeit zulässt, ist Britta Staude auf dem See. Dabei ist sie erst vor wenigen Jahren zum Segeln gekommen - obwohl sie "quasi im Schwimmbad groß geworden" ist, surfen und Kanu-Polo spielen kann. Das Damen-Boot hat sich eher aus Zufall gefunden. "Aus einer Prosecco-Laune heraus", sagt Britta Staude, die mit Frauen-Klischees souverän umgeht. "In unserem ersten Regatta-Jahr haben wir vor allem in der B-Note geglänzt: immer freundlich lächeln, auch wenn die Technik noch verbesserungsbedürftig ist." Die ersten drei Mal ist die Damen-Crew nicht mal ins Ziel gekommen. "Die anderen saßen schon im Seglerheim bei der Bratwurst und wir waren noch nicht mal am Wendepunkt", erinnert sie sich. Totale Flaute, einfach kein Wind. Da hat die Crew der "Nofretete" einfach den Motor angeschmissen und ist zurückgefahren.

"Wir lachen sehr viel und werden von unseren Regatta-Kollegen ganz lieb gehegt und gepflegt", sagt Britta Staude. Wenn mal ein Mädel ausfällt und ein Ersatz-Mann ins Boot muss, darf der übrigens nur mit Frauennamen starten. So wurde schon Finn zu Svenja und Martin zu Uschi. "Natürlich haben wir mit der Zeit auch einen gewissen Ehrgeiz entwickelt. Aber nicht so sehr wie andere. Bei Pärchen-Booten z.B. gibt es oft richtig Knatsch auf See." Vielleicht deshalb habe sich jetzt ein zweites Damen-Boot zusammengefunden. "Wir waren da wohl Trendsetter", sagt die 39-Jährige lächelnd. Die diesjährigen Donnerstagsregatten - zwölf Wettfahrten mit allen Bootsklassen, die nach dem so genannten Yardstick verrechnet werden - gewann übrigens Karsten Schultz (siehe auch Ergebnisse auf Seite 20).

Britta Staude hofft, ihren R-Kreuzer mit der Segelnummer "0815" bis November auf dem Wasser lassen zu können und noch einige Wettfahrten mitzunehmen, um "seglerisch zu wachsen" - und ihren Freund, das Boot, ausgiebig zu genießen.