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Frühlingsboten Die ersten Störche sind da

Von hahr | 19.02.2014, 20:47 Uhr

Eiligstes Paar des Landes eingetroffen. Experten beobachten verstärkte Wanderungsbewegungen.

Mecklenburg-Vorpommerns eiligstes Storchenpaar hat wieder seinen Brutplatz in Belitz bei Rostock in Besitz genommen. Es brütet seit Jahren auf einem Strommast in der Nähe des Gutshauses, berichtete gestern Gutsbesitzer Tilmann Bongard. Der erste Storch sei am 12. Februar, der zweite eine knappe Woche später, am Dienstag, angekommen.

Die Belitzer Störche kehren traditionell im Februar und damit ungewöhnlich früh aus ihrem Winterquartier zurück. 2011 bezogen sie ihrem Strommast sogar schon am 20. Januar. „Wir vermuten, dass sie nur bis zum Balaton (in Westungarn) ziehen“, sagte Bongard. Er nimmt an, dass es noch dasselbe Storchenpaar ist wie vor mehr als 20 Jahren, als das Ehepaar den alten Familienbesitz wieder übernahm. „Wir haben die Störche in den ersten Jahren gefüttert“, berichtete er. Wenn seine Frau draußen laut spreche, komme einer der Störche noch immer zu ihr. Das Füttern hätten sie auf Anraten von Storchenkennern inzwischen sein gelassen.

Experten beobachten unterdessen verstärkte Wanderungsbewegungen der Weißstörche innerhalb Deutschlands. „Wessis“ ziehen zunehmend in den Osten – vermutlich, weil sie besser im Futter stehen. Die Trennlinie quer durch Deutschland, die über eine westliche oder östliche Route des Vogelzugs gen Süden entscheidet, verschiebt sich Vogelkundlern zufolge seit Jahren in Richtung Osten. „Wir vermuten, dass Störche aus den westlichen Regionen beim Überwintern in Spanien und Portugal weniger Gefahren ausgesetzt sind und mehr Nahrung finden als Störche aus den östlichen Gebieten, die meist nach Afrika fliegen“, sagte der Ornithologe Hermann Hötker vom Naturschutzbund. Die West-Störche überlebten deshalb besser als ihre östlichen Artgenossen und ihr Bestand wachse schneller.