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Kuriose Ortsnamen in MV Der Osterhase wohnt im Schloss

Von Iris Leithold | 31.03.2018, 05:00 Uhr

Hasenhäge, Hasenwinkel, Eierhof: Kuriose Ortsnamen in MV beflügeln die Phantasie zu Ostern. Ein Oster-Postamt wie in Ostereistedt und Osterhausen gibt es im Nordosten aber bisher nicht.

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, hockt Meister Lampe zum Osterfest in einem Schloss. Das hat nur noch niemand bemerkt, weshalb Kinder ihre Briefe an den Osterhasen nach Ostereistedt in Niedersachsen oder Osterhausen in Sachsen-Anhalt schicken und nicht nach Hasenwinkel in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei ist dies nicht der einzige Ort im Nordosten, der als Wohn- oder Arbeitsort des Osterhasen in Frage kommt. Eine mit Augenzwinkern getroffene Auswahl:

Hasenhäge Der Ort gehört zur Gemeinde Lübesse im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Meister Lampe hat es dort aufs Gemeindewappen geschafft, wo er nach links springt. Der Name Hasenhäge entspringt einer Siedlung für Waldarbeiter und Mitarbeiter der herzoglichen Forstverwaltung, wie Ortschronist Reinhold Kunze sagt. „70 Prozent des Territoriums unserer Gemeinde sind Wald.“ Häge (Hege) sei ein forstlicher Begriff und bezeichne einen eingefriedeten Ort. Kunze weiter: „Man darf vermuten, dass es hier viele Hasen gab.“ Auch jetzt gebe es noch wilde Hasen und Kaninchen, vor allem in dem Teil des Gewerbegebietes, der mit Sonnenkollektoren bestanden ist.

Osterstraße Die Osterstraße im Ostseebad Wustrow kommt nur auf den ersten Blick als Adresse des Osterhasen in Betracht. Bürgermeister Daniel Schossow stellt klar: „Der Name ist von der Himmelsrichtung Osten abgeleitet. Die Osterstraße liegt im Osten des Dorfes.“ Hasenwinkel Im Schlosshotel Hasenwinkel hocken tatsächlich Hasen neben der Rezeption. Auf Kuschelkissen gedruckt, warten sie als Oster-Aktion auf Käufer. „Ansonsten spielen wir mit dem Namen des Ortes relativ wenig - mehr mit der ruhigen Lage: Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen“, berichtet Hotel-Geschäftsführerin Jana Koch. Ruhig geht es aber nicht immer in Hasenwinkel zu: Das Schloss ist als Tagungshotel und Hochzeitsort beliebt, im Sommer sind Schloss und Park ein häufiger Konzertort der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern.

Hasenwinkel gehört zur Gemeinde Bibow im Landkreis Nordwestmecklenburg.

Hühnerland Aus dem Ortsteil der Gemeinde Prislich (Landkreis Ludwigslust-Parchim) könnten die Ostereier kommen. Allerdings gibt es dort keine Legehennen-Haltung im größeren Stil. Auch die Ortschaft Hühnerbusch, Teil der Gemeinde Neu Gülze im selben Landkreis, besteht nur aus ein paar Wohnhäusern.

Häschendorf Heute wird der Name des Ortes, der östlich von Rostock liegt und zur Gemeinde Mönchhagen gehört, allgemein Hä-schendorf gesprochen, aber in der Urkunde von 1302 lautet der Ortsname Hesekendorpe, wie auf der Internetseite www.ortschroniken-mv.de zu erfahren ist. Allerdings sei nicht bekannt, ob der Name tatsächlich von „Hase“ kommt, heißt es dort. Das sei eher unwahrscheinlich, sagt Ortschronistin Wiebke Salzmann. „Hase wird im Plattdeutschen mit a oder hellem o gesprochen“, sagt sie. In dem Buch „Orte mit kuriosen Namen in Mecklenburg-Vorpommern“ (Steffen-Verlag) meinen die Autoren Waldemar und Robert Siering, Heseken sei eine Koseform von Hedwig.

Eierhof Der Eierhof liegt abseits der Landstraße nahe dem Dorf Krusemarkshagen, das wiederum zur 232 Einwohner zählenden Gemeinde Lindenberg im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gehört. Waltraud John, deren Großmutter schon auf dem Eierhof geboren wurde und die selbst seit 59 Jahren dort lebt, kann keinen Bezug des Hofnamens zum Osterfest herstellen. In ihrer Familie erzählt man sich, der Name komme von den vielen Nestern mit Eiern, die der Bauer einst bei der Ernte auf dem Feld gefunden habe.