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Preiserhöhungen angekündigt Der Heizkosten-Schock

Von Redaktion svz.de | 12.10.2011, 07:38 Uhr

Die Verbraucher in Deutschland müssen mit hohen Nachzahlungen für die zurückliegende Heizperiode rechnen und mit einem weiteren Anstieg im kommenden Winter.

Die Verbraucher in Deutschland müssen mit hohen Nachzahlungen für die zurückliegende Heizperiode rechnen und mit einem weiteren Anstieg im kommenden Winter. Ein Viertel aller Gasversorger habe für den Herbst eine zusätzliche Preiserhöhung von elf Prozent angekündigt, erklärte Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes, gestern bei der Vorstellung des "Heizspiegels 2011". Fragen und Antworten zu den Hintergründen von Rasmus Buchsteiner.

Wie haben sich die Heizkosten entwickelt?

Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes sind die Heizkosten für ölbeheizte Häuser in den letzten Jahren um rund 35 Prozent gestiegen. Eine 90-Quadratmeter-Wohnung zu beheizen, habe 2010 durchschnittlich 1093 Euro (Öl), 1035 Euro (Gas) bzw. 1131 Euro (Fernwärme) gekostet. Auf die Mieter kommen in diesem Herbst durchschnittliche Nachzahlungen zwischen 29 Euro (Gas und Fernwärme) und 314 Euro (Öl) zu. "Verantwortlich für diese Entwicklung ist vor allem die Preisexplosion beim Heizöl und der im Schnitt um 13 Prozent gestiegene Heizenergieverbrauch in Folge des harten Winters", so Energieexperte Johannes D. Hengstenberg vom Verein "Co2online".

 Wie sehen die Prognosen für die Heizkosten in diesem Winter aus?

Die Kosten für das Beheizen einer 80-Quadratmeter-Wohnung mit Heizöl steigen von 971 Euro (2010) auf 1214 Euro (2011).

Bei gleicher Wohnungsgröße muss für Gasheizungen mit einem Anstieg von 920 Euro auf 994 Euro gerechnet werden, für Fernwärme wird mit Kosten vom 1076 Euro gegenüber 1006 Euro im Vorjahr kalkuliert.

Was können die Verbraucher tun?

Bei zu hohen Gaspreisen ist wie beim Strom grundsätzlich ein Anbieterwechsel möglich. Doch können Mieter ihn in der Regel nicht selbst vollziehen, da der Gasvertrag über den Vermieter läuft. Bei hohen Kosten empfiehlt es sich, den Vermieter darauf aufmerksam zu machen. Der Mieterbund verweist auf seinen neuen "Heizspiegel" - eine Broschüre mit Vergleichswerten zu Heizkosten und Energieverbrauch.

Wie entwickelt sich die Inflationsrate?

Aus Sicht des Statistischen Bundesamtes treibt derzeit vor allem die Entwicklung der Energiepreise die Inflationsrate nach oben. Die Verbraucherpreise lagen im August 2011 um 2,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor. So stiegen die Preise für Nahrungsmittel in diesem Zeitraum um 2,5 Prozent. Für einzelne Produktgruppen ergaben sich größere Preisausschläge: So war Milch 7,1 Prozent teuerer als im Vorjahr, Butter sogar 15,7 Prozent.