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Frauenquote im Parlament „Das geht mir gehörig auf die Nerven“

Von Udo Roll | 15.03.2018, 21:00 Uhr

Linkenabgeordnete knöpft sich in Geschlechterdebatte Vertreter der AfD vor.

Die Linke ist im Landtag mit ihrem Vorstoß gescheitert, den Frauenanteil im Parlament und in den Kommunalvertretungen über eine gesetzliche Quote zu erhöhen. Am Ende einer emotionsgeladenen und teilweise hitzig geführten Debatte stimmten allein die Abgeordneten der Oppositionsfraktion für ihre Gesetzesinitiative.

Die Linke hatte ihren Antrag mit dem geringen Anteil von Frauen in der Politik begründet. Bestes Beispiel ist der Landtag: Nur ein Viertel der Mitglieder sind Frauen. Noch düsterer sehe es in den Kommunalparlamenten im Land aus, die nicht einmal zehn Prozent Frauenanteil erreichten, beklagte die Linkenabgeordnete Karen Larisch. Dies sei mehr als bitter.

Die Linkenabgeordnete hatte sich vor allem mit Horst Förster von der AfD einen heftigen Schlagabtausch geliefert, der in der Quote eine Bevorzugung der Frauen witterte. Ohnehin würden Frauen die belastende Hast auf der Karriereleiter lieber den Männern überlassen, so Förster. Leitungsfunktionen strebten sie nicht an, weil das mit der Mutterrolle schwer vereinbar sei. Mit seinen Aussagen erntete der AfD-Abgeordnete prompt kritische Zwischenrufe aus dem Plenum.

„Es geht mir gehörig auf die Nerven, dass sie als Männer immer erklären, was wir Frauen fühlen und denken“, wetterte Karen Larisch. „Ich entscheide, ob ich Kinder haben will oder nicht.“ Männer dürften nicht die Macht über die Frauen übernehmen. Die Zeit sei reif für mehr Frauen im Parlament. Zustimmung für eine Quotenregelung hatten zwar auch Redner aus den Reihen der SPD geäußert, allerdings auf Hindernisse im Grundgesetz verwiesen und den Antrag der Linken deshalb abgelehnt.