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Tag der Arbeit Corona-Pandemie verändert 1. Mai-Feiern

Von Frank Pfaff | 01.05.2020, 05:00 Uhr

Der Deutsche Gewerkschaftsbund begeht den Tag der Arbeit unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht alleine!“ im Internet.

Die aktuelle Corona-Krise hat nach Ansicht der Linken Ungerechtigkeiten bei der Entlohnung drastisch offengelegt und akuten Handlungsbedarf deutlich gemacht. „Auch wenn es in diesem Jahr erstmals seit 1949 keine Kundgebungen und Volksfeste geben wird, ist und bleibt der 1. Mai ein Kampftag für gute Arbeit und gute Löhne. Es ist heute wichtiger denn je, für bessere Arbeitsbedingungen und den Schutz vor Armut einzutreten“, betonte die Vorsitzende der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Simone Oldenburg, am Mittwoch in Schwerin.

Kampf gegen Niedriglöhne

Nach ihren Worten müssen gerade auch in Mecklenburg-Vorpommern viele Menschen unter teilweise unzumutbaren Bedingungen und für niedrige Löhne arbeiten. Die Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse sei anhaltend hoch. Dies gelte insbesondere für Beschäftigte in der Altenpflege, in Krankenhäusern, im Reinigungsgewerbe, für Erntehelfer oder Verkäuferinnen und Verkäufer. „Es muss endlich Schluss sein mit Niedriglohn, Leiharbeit, sachgrundlosen Befristungen und Selbstausbeutung“, mahnte Oldenburg. Sie forderte eine breite Diskussion darüber, was der Gesellschaft die Arbeit von Männern und Frauen wert ist, die das Alltagsleben am Laufen halten.

Demonstration im Internet

Der Deutsche Gewerkschaftsbund verzichtet angesichts der bestehenden Kontaktverbote auf öffentliche Maikundgebungen und begeht den Tag der Arbeit unter dem Motto „Solidarisch ist man nicht alleine!“ im Internet, unter anderem mit einem Livestream. „Die Gesundheit hat Vorrang“, sagte DGB Nord-Chef Uwe Polkaehn. Doch bleibe die Bekämpfung sozialer Schieflagen Hauptanliegen der Gewerkschaften.

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Polkaehn warnte vor einer Aushöhlung hart erkämpfter Standards unter dem Vorwand der Corona-Pandemie, insbesondere für den Pflegebereich.„Die Lockerungen von Arbeitsschutzbestimmungen sind für diese Menschen ein Schlag ins Gesicht - mehr als 60 Wochenstunden kann niemand leisten, ohne selbst krank zu werden“, erklärte Polkaehn.