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Zentrale bislang in Quickborn Commerzbank übernimmt Comdirect im zweiten Anlauf

Von dpa | 03.01.2020, 17:06 Uhr

Die Komplettübernahme der Online-Tochter erwies sich für die Commerzbank als zähes Unterfangen.

Nachdem die Commerzbank mit der geplanten Komplettübernahme ihrer Tochter Comdirect im ersten Anlauf gescheitert ist, erreicht sie nun auf anderem Wege die nötige Mehrheit von mehr als 90 Prozent. Die Commerzbank hielt bislang 82 Prozent der Anteile, 18 Prozent waren im Streubesitz.

Wie das Finanzinstitut am Freitag in Frankfurt mitteilte, erwirbt es ein Aktienpaket eines institutionellen Investors. Über den Kaufpreis wurde demnach Stillschweigen vereinbart. Im Zuge des angestrebten Ausschlussverfahrens erhalten Comdirect-Aktionäre eine Barabfindung für ihre Aktien, heißt es von Seiten des Konzerns. Beim ersten Übernahmeversuch hatten nicht genügend Aktionäre ihre Papiere angedient. Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte daraufhin bereits angekündigt, einen anderen Weg zu gehen.

Ungewisse Zukunft für Standort Quickborn

Die Commerzbank will die Comdirect mit Sitz in Quickborn (Kreis Pinneberg, Schleswig-Holstein) ganz übernehmen, da sich mit der Digitalisierung die Geschäftsmodelle angleichen. Die rund 1100 Mitarbeiter in Quickborn stehen vor einer ungewissen Zukunft. Zudem gehört die Comdirect Bank zu den größten Gewerbesteuerzahlern in dem Ort. Mit den jährlichen Abgaben im mittleren siebenstelligen Bereich kommt das Unternehmen auf fast ein Drittel des gesamten Gewerbesteuervolumens. Nach dem Ende der Zwei-Marken-Strategie wird die Commerzbank mit Sitz in Frankfurt die Abgaben leisten.