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Handel in MV in Not Bummeln und Shoppen mit Maske macht keinen Spaß

Von Joachim Mangler (dpa) | 05.05.2020, 08:21 Uhr

Die aktuelle Situation im Einzelhandel zeigt deutlich auf, dass die Normalisierung des Lebens auch nach der Lockerung der Kontaktbeschränkungen nicht einfach ist. Noch ist die Lage der Händler prekär.

Auch zwei Wochen nach der Wiedereröffnung im Einzelhandel ist die Lage für die Branche weiter schwierig. Von einer Normalisierung könne keine Rede sein, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Nord in Rostock, Kay-Uwe Teetz, der Deutschen Presse-Agentur.

50 Prozent der Menschen in Innenstädten

In den Innenstädten seien schätzungsweise etwa 50 Prozent der Menschen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit zu sehen. „In touristischen Orten kann man das komplett vergessen", sagte er. Derzeit könne fast nur der Lebensmittel-Einzelhandel über Umsätze im gewohnten Bereich berichten. Auch aus dem Fahrrad- oder Elektrohandel gebe es vereinzelt positive Berichte. Eine weitere Lockerung der Kontaktbeschränkungen wäre für den Verband wünschenswert.

Tourismus und Gastronomie fehlen

So lange keine Touristen und Tagesgäste ins Land kommen dürfen, könne sich nur wenig ändern. „Uns fehlen der Tourismus und die Gastronomie", betonte Teetz. Derzeit sei es so, dass die Kunden ganz gezielt in ein Geschäft gehen und sich nach dem Kauf sofort wieder verabschieden. Zu einem Einkaufserlebnis gehöre aber auch die Möglichkeit, sich etwa in ein Café zu setzen und zu entspannen.

Die Maskenpflicht sei ein zusätzliches Handicap für die Menschen beim Einkaufen. Die Vorstellung, mit einer Maske ein neues Kleidungsstück anzuprobieren, sei gewiss nicht erlebnissteigernd. Die Maskenpflicht führe aber auch dazu, dass die Kunden den Beschäftigten zu nahe kommen.

„Der Sicherheitsabstand wird vielfach ignoriert.“
Kay-Uwe Teetz, Geschäftsführer des Handelsverbands Nord

Die Einzelhändler und die rund 40.000 Beschäftigte in der Branche seien nun dringend auf Planungssicherheit angewiesen. Die Lager mit der Sommerware seien voll, und die Ware könne nicht verkauft werden. Aber nun stünden die Order für die Winter- und Weihnachtsware an. Für diese Investitionen müssten die Händler wissen, wie es weitergeht.

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