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Nach Drogenkonsum suspendiert Bürgermeister läuft nackt durchs Dorf - Zwangseinweisung

Von Winfried Wagner | 23.08.2018, 20:45 Uhr

Im März hatte der damalige Bürgermeister von Ückermuende in einem Zeitungsinterview über seinen Drogenkonsum und persönliche Probleme gesprochen.

Die Stadtvertreter in Ueckermünde (Kreis Vorpommern-Greifswald) wollen am 27. September endgültig über eine Abberufung des seit Monaten suspendierten Bürgermeisters Gerd Walther entscheiden. „Es geht um eine 'Zur-Ruhe-Setzung aus gesundheitlichen Gründen'“, sagte Vizebürgermeister Jürgen Kliewe am Donnerstag. Zuvor war bekannt geworden, dass Walther in der Nacht zu Donnerstag in eine Klinik zwangseingewiesen wurde. Wie ein Polizeisprecher sagte, hatten Dorfbewohner in Vogelsang die Beamten gerufen, weil der Politiker unbekleidet durch den Ort gelaufen sei und Gegenstände beschädigt habe.

„Das ist eine menschliche Tragödie“, sagte Kliewe. Walther hatte sich nachts nach Angaben des Polizeisprechers sowohl der Polizei als auch den Anordnungen einer Notärztin widersetzt. Zuvor hatte der Rundfunksender Ostseewelle Hitradio Mecklenburg-Vorpommern darüber berichtet.

Der Ex-Linken-Politiker hatte im März in einem Zeitungsinterview Drogenprobleme zugegeben und persönliche Probleme als Grund genannt. Die Stadtvertreter hatten ihn suspendiert und zuletzt im Juli als „nicht dienstfähig“ eingeschätzt. Er musste auch den Führerschein abgeben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn. Wenn die Stadtvertreter Walther in den Ruhestand versetzen, kann er rechtlich dagegen vorgehen.