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Übersicht Bürgermeister des Amtes Krakow am See wollen Güstrow als Kreisstadt

Von Christian Menzel | 14.04.2008, 08:13 Uhr

Krakow am See/Güstrow - Für Wilfried Baldermann, Amtsvorsteher des Amtes Krakow am See und Bürgermeister der Gemeinde Dobbin-Linstow, ist die Sache sonnenklar.

„Natürlich sollte der Landkreis Güstrow bei einer Gebietsreform mit Bad Doberan zusammengehen. Und die Kreisstadt sollte auf jeden Fall Güstrow heißen“, legt er sich fest. Für Güstrow spreche eine reiche kulturelle und geschichtliche Tradition. Schließlich, so der Amtsvorsteher, sei Güstrow über einen langen Zeitraum sogar Residenzstadt gewesen. Und Künstler wie Ernst Barlach. Uwe Johnson oder John Brinckman hätten die Stadt weit über die Region hinaus bekannt gemacht.

Die Nähe zu Güstrow ist für den Kuchelmisser Bürgermeister Peter Hildebrandt das Hauptargument, ihr auch den Status einer Kreisstadt zuzusprechen. Sein Hoppenrader Amtskollege Dieter Maßmann ist erbost, dass Güstrow in der gegenwärtigen Diskussion „schlecht geredet“ wird. Den Grund dafür sieht er in der Amtsführungn von Lutz da Cunha als Landrat. „In all den Jahren hat er es versäumt, die Bürgermeister regelmäßig an einen Tisch zu holen, sich ihre Sorgen und Nöte anzuhören und ihnen das Gefühl für einen Landkreis zu vermitteln. Die Folge ist, dass mancher Bürgermeister jetzt laut über andere Konstellationen nachdenkt“, kritisiert Maßmann.

Ähnliche Gedanken treiben den Krakower Bürgermeister Wolfgang Geistert um. Der Kreistag hat sich in einem Beschluss für ein Zusammengehen mit dem Landkreis Bad Doberan ausgesprochen, stellt er fest und fragt: „Warum sind die Bürgermeister an der Entscheidungsfindung nicht beteiligt worden?“
Blick nach Waren/Müritz eine Überlegung wert
Denn für Geistert ist der Blick in die süd-östliche Richtung zumindest eine Überlegung wert. „Denkbar wäre vielleicht ein Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, der Güstrow und Waren/Müritz einschließt“, stellt Wolfgang Geistert zur Diskussion. Für den Luftkurort sind solche Gedanken nicht abwegig. Verabschiedete sich die Stadt doch schon vor Jahren aus dem Tourismusverband Mecklenburgische Schweiz, um in der Mecklenburgischen Seenplatte eine neue Heimat zu finden.

Allerdings sieht der Krakower Bürgermeister selbst schon zahlreiche Argumente, die gegen diese Ausrichtung sprechen. „Die Beziehungen nach Güstrow sind mit den Jahren gewachsen. Viele Menschen aus unserer Region fahren dorthin zur Arbeit, im Krankenhaus finden die Krakower eine Grundversorgung und unrealistisch ist wohl auch, dass unsere Schüler aufs Gymnasium nach Waren/Müritz gehen“, zählt Geistert einige Hürden auf.

Viel wichtiger als der Streit um den räumlichen Zuschnitt des künftigen Landkreises hält der Bürgermeister die Funktionalreform. „Wir sollten vielmehr darüber sprechen, welche Aufgaben künftig von wem erledigt werden und welche ganz und gar abgeschafft werden können“, lautet sein Vorschlag.