Ein Angebot des medienhaus nord

Straßenbau Brücken in MV: Marode, aber sicher

Von Frank Pfaff | 15.08.2018, 21:00 Uhr

Nach dem Unglück in Italien gibt die Straßenbauverwaltung für MV Entwarnung

Die Straßenbauverwaltung in MV sieht nach dem verheerenden Unglück im norditalienischen Genua keinen Grund, die Brücken im Land einer gesonderten Überprüfung zu unterziehen. „Die Brücken bei uns werden nach strengen Vorgaben regelmäßig in Augenschein genommen und alle sechs Jahre von Fachleuten eingehend untersucht. Und das gilt für alle Brücken“, betonte der zuständige Dezernatsleiter im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Olaf Mertzsch, gestern. So sei die vor elf Jahren fertiggestellte neue Rügenbrücke gerade intensiv kontrolliert worden.

Die größeren Brücken in MV seien jüngeren Datums und damit auch nach neueren Vorschriften gebaut worden. „Dass in MV eine Brücke aus heiterem Himmel einstürzt, ist nicht zu erwarten“, sagte Mertzsch. Akute Gefährdungen seien derzeit nicht bekannt, in Einzelfällen seien aber aus Sicherheitsgründen Tempolimits oder Tonnagebeschränkungen verhängt worden. Als Beispiele nannte er die Petersdorfer Brücke auf der A19, die inzwischen zur Hälfte erneuert wurde, und die Hochbrücke in Wismar, deren Neubau noch bevorsteht.

Mertzsch räumte erheblichen Sanierungsbedarf bei vielen Brückenbauwerken im Land ein. „Die Kommunen sind klamm und bräuchten mehr Geld“, sagte er. Laut Mertzsch stehen in diesem Jahr für Sanierungsarbeiten an Autobahnbrücken 8,5 Millionen Euro, an Bundesstraßen 6 Millionen Euro und an Landesstraßen knapp 5 Millionen Euro zur Verfügung. Dabei nicht einberechnet sei allerdings der seit 2015 laufende Neubau der Petersdorfer Brücke, für den vom Bund inzwischen gut 60 Millionen Euro veranschlagt würden.

Nach Angaben von Arp Fittschen vom Städte- und Gemeindetag MV sind zahlreiche Brücken im ländlichen Raum nur noch bedingt befahrbar. „Rund 70 Prozent sind in schlechtem Zustand, weil sie seit der Wende so gut wie nicht angefasst wurden. Und die große Masse der Brücken findet sich auf Kreis- und Gemeindestraßen.“