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Kindergärten sanierungsbedürftig Breite Mehrheit der Kitas in MV ist zu laut

Von dpa | 30.12.2022, 12:52 Uhr

Ist es in der Kita zu laut, kann das Folgen für die geistige Entwicklung der dort betreuten Kinder haben. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales sieht Handlungsbedarf in vielen Einrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern.

In vielen Krippen, Kindergärten und Horten im Nordosten ist es nach Angaben des Landesamts für Gesundheit und Soziales zu laut. Rund 80 Prozent aller Gruppenräume in Kindertageseinrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern sind der Behörde (Lagus) zufolge raum-akustisch sanierungsbedürftig.

Lärm kann zu Stress und gesteigerte Agressivität bei Kindern und Erziehern führern

Ein zu hoher Geräuschpegel ist ein ernstes Problem. In einem am Freitag vorgestellten Leitfaden für die Akustik in Kitas heißt es, Lärm stresse und erschöpfe Kinder sowie Betreuer. Folgen könnten Nervosität, gesteigerte Aggressivität, Motivationsdefizite und verminderte Hilfsbereitschaft sein. Das Amt empfiehlt, jeden Aufenthaltsraum zu prüfen und wenn nötig akustisch zu sanieren. Zurzeit existiere jedoch keine rechtliche Pflicht dazu.

Kleinere Kita-Gruppen und die richtigen Möbel für mehr Ruhe

Die Akustik-Experten geben in dem Leitfaden, den sie im Internet veröffentlichten, Tipps für die Planung neuer Kita-Räume sowie auch einfach umzusetzende Maßnahmen in bestehenden Räumen. So sollten sich nur so viele Kinder in einem Raum aufhalten, dass jedem mindestens 2,5 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen. Ein Teppichboden schlucke hohe Lärmfrequenzen, geschlossene Schränke aus massiven Platten wirkten hauptsächlich im tieferen Frequenzbereich.

Offene Regale gefüllt mit Spielsachen sorgten für mehr Streuung der Schallwellen und absorbierten im hohen bis mittleren Frequenzbereich. Regale voller Bücher wirken demnach über die meisten Frequenzen hinweg. Stühle mit Textilbezug seien schallschluckend, glatte Holzstühle nicht.

Geringere Lärmbelästigung fördert sprachliche und kognitive Entwicklung

„Die baulichen Gegebenheiten sind wichtige Voraussetzungen für eine gute Akustik und für eine geringere Lärmbelastung der Nutzer“, erläuterten die Experten. „Eine qualitativ hochwertige Erziehung und Betreuung kann nur in dafür geeigneten Räumen gelingen.“ So verschlechtere sich die Verständlichkeit von Sprache, wenn es zu laut ist oder hallt. Das könne zu Kommunikationsproblemen sowie zur Beeinträchtigung der sprachlichen und kognitiven Entwicklung der Kinder führen.

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