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Feuerwehr Lübz lud anlässlich ihres 100-jährigen Geburtstages ein Brandheißes Jubiläum gefeiert

Von Michael-Günther Bölsche | 26.09.2011, 03:47 Uhr

Es war fast so wie einst bei der Gründung vor 100 Jahren. Wie in der ausführlichen Festschrift zu lesen ist, gab es damals, an einem 2. September, auch einen wunderschönen Tag.

Es war fast so wie einst bei der Gründung vor 100 Jahren. Wie in der ausführlichen Festschrift zu lesen ist, gab es damals, an einem 2. September, auch einen wunderschönen Tag. Die Sonne lachte und die Menschen waren zufrieden. Doch als gegen 13 Uhr die Sturmglocke die damalige Pflichtfeuerwehr zum Einsatz rief und man gegen das Feuer keine Chance hatte, war man sich einig, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Nur wenige Tage später, am 26. September 1911, war dieser Schritt vollzogen.

Auch am Sonnabend hatte Petrus die Sonne aus vollem Herzen lachen lassen und auf dem Marktplatz brannten Häuser. Doch im Gegensatz zum Gründungsjahr waren es diesmal Holzmodelle für Schauvorführungen. Zuvor gab es den gemeinsamen Festumzug, an dem viele befreundete Wehren teilnahmen. An der Spitze marschierte der Lübzer Fanfarenzug, gefolgt von den Fahnenträgern, den Kameraden und dem Spielmannszug des SV Einheit 46 Parchim. Da viele Wehren ein sehr gutes Verhältnis zur Geschichte der Feuerwehrtechnik haben, konnten im Zug und bei der anschließenden Technikschau viele historische Fahrzeuge bewundert werden. Darunter eine "Brockenhexe" (ein Traktor aus der Zeit um 1950) der Granziner Wehr, eine Handdruckspritze aus der Zeit um 1890 von der Suckower Wehr oder auch das S 4000-Tanklöschfahrzeug aus Parchim. Moderne Löschtechnik ergänzte die Ausstellung.

Beim Appell auf dem Marktplatz würdigte Günter Matschoß, Beigeordneter des Landrates, die aktive Jugendwehr. "Da kann man auf die nächsten 100 Jahre hoffen", meinte er und Landesbrandmeister Heino Kalkschies lobte angesichts der modernen Technikausstattung das Engagement der Stadt Lübz. Eine besondere Ehre erhielten die Kameraden Wolfgang Reier und Karl Selms sowie Karl-Heinz Dobbertin vom Förderverein der Feuerwehr. Sie bekamen aus der Hand des Landesbrandmeisters die Ehrennadel des Landesfeuerwehrverbandes in Silber überreicht. Bürgermeisterin Gudrun Stein, stolz auf ihre Wehr, wünschte wenig Einsätze und wenn, dass die Kameraden danach stets gesund wieder zu Hause eintreffen.

Den Tag über gab es dann viele Schauvorführungen, "die das Leben von der Bürgerwehr vor 100 Jahren bis heute darstellen", sagte Wehrführer Olaf Richter. War seinerzeit das große Feuer für die Gründung ausschlaggebend, so haben sich die Aufgaben stark gewandelt. Die Lübzer zeigten, wie man um 1800 mit Ledereimern gegen Feuer antrat, dies aber meist nicht erfolgreich löschen konnte. Schon besser ging es mit der Suckower Handdruckspritze um 1900. Interessant auch der Einsatz der Freunde aus Bliestorf bei Lübeck: Sie zersägten einen dicken Baumstamm mit einer motorisierten Zwei-Mann-Säge aus der Zeit um 1944. Nur ein Jahr jünger war ihr Mercedes Löschfahrzeug.

Hochmodern präsentierten sich die weiteren Wehren. Die Suckower stellten die Impulspistole IFEX vor. Damit wird ein Liter Wasser mit etwa 24 bar Druck und einer Geschwindigkeit von 400 km/h auf das Feuer gerichtet. Dabei wird das Wasser millionenfach zerstäubt und löscht so die Flammen. Die Lübzer präsentierten dagegen das Löschen mit Schaum.

Das Einsatzgeschehen heute betrifft auch das Retten von Menschen nach Verkehrsunfällen. Gemeinsam mit dem DRK zeigten Kameraden aus Plau am See, wie ein Auto zerlegt wird, um an den Verletzten zu kommen. Die Kameraden aus Goldberg, Parchim und die Gastgeber demonstrierten zudem, wie ein Gefahrguteinsatz abläuft. Astronautenähnlich gekleidete Menschen in ihren Schutzanzügen dichteten einen Behälter ab, aus dem - natürlich nur vorgetäuscht - giftige Gase und Flüssigkeiten entwichen. Abgeschlossen wurden die Vorführungen durch einen Löscheinsatz der Jugendwehr, der ihren Wettbewerbsdisziplinen angeglichen war. Die Jugend präsentierte außerdem eine Modenschau mit Einsatzkleidung aus verschiedenen Jahrzehnten sowie für unterschiedliche Einsatzarten.

Ein Dank geht an die Kameraden der Wehr in Werder sowie eine Gruppe der Lübzer, die zum einen den Umzug absicherten und zum anderen die Einsatzfähigkeit für einen eventuellen Notfall (der nicht eintrat) absicherten.