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Förster Ulrich Dohle begutachtet die Situation Borkenkäfer zerstören Loizer Fichten

Von Michael Beitien | 25.08.2011, 10:45 Uhr

Borkenkäfer zerstören Fichten in Loiz. Uwe Seppmann macht sich Sorgen um Bäume auf seinem Grundstück, im Dorf und um einen möglichen Befall eines angrenzenden Kiefernwaldes.

Borkenkäfer zerstören Fichten in Loiz. Uwe Seppmann macht sich Sorgen um Bäume auf seinem Grundstück, im Dorf und um einen möglichen Befall eines angrenzenden Kiefernwaldes. Bundesförster Ulrich Dohle gab für den Wald Entwarnung: Die Fichten werden vom Buchdrucker befallen. Diese Borkenkäfer-Art hat in Kiefern kaum eine Chance. Ob die Fichten zu retten sind, ist fraglich.

Seppmann hatte sich mit seinen Sorgen um die Bäume an das Umweltamt des Landkreises Parchim gewandt. Auf dessen Rat kam ein Vorort-Termin mit einem Fachmann aus der Forst zustande. Uwe Seppmann zeigte Ulrich Dohle eine imposante Fichte im Dorf, die innerhalb von wenigen Wochen braun geworden war. Diesem von Borkenkäfern befallenen Baum gab Förster Dohle kaum Chancen zum Überleben.

Andere imposante Fichten auf Seppmanns Grundstück mit vertrockneten Ästen im unteren Bereich könnten sich vielleicht wieder erholen, so Ulrich Dohle. Anderenfalls hatte der Förster nur einen Rat: die Bäume fällen und andere Arten pflanzen. So schön die Fichten auch aussehen, "ökologisch sind sie wertlos", so Dohle. Sie gehören nicht nach Mecklenburg-Vorpommern, sondern sind im Gebirge heimisch. Bei uns ist es für die Fichten zu trocken.

Auch wenn diese Bäume generell mit dem hiesigen Klima Probleme haben, so dürfte es den Loizer Fichten in diesem regenreichen Sommer aber keinesfalls an Wasser gemangelt haben. Die Borkenkäfer verursachten offensichtlich vertrocknete Zweige. Die Käfer bohren in Rinde und Holz Gänge zur Eiablage. Der Baum wehrt sich gegen die Eindringlinge und sondert Harz ab. Doch bei massenhaften Populationen der Insekten ist der Saftstrom im Baum irgendwann unterbrochen. Das kann bis zu seiner Vernichtung führen.

Wenn die Forstleute in ihren Wäldern Infektionen feststellen, werden die Bäume so schnell wie möglich gefällt und sofort ins Sägewerk geschafft. Sollte das nicht möglich sein, wird zumindest die Rinde abgeschält, erklärt Förster Dohle. Denn die toten Bäume, die keinen Widerstand mehr gegen den Borkenkäfer bieten, sind ein ideales Vermehrungsgebiet für diese Waldschädlingen. Herausforderung für die Forstleute ist es deshalb, nach einem Schneebruch im Winter das Holz möglichst schnell zu beseitigen.

Die einzelnen Baumarten werden dabei von unterschiedlichen Schädlingen befallen. Der Buchdrucker, genannt nach dem Muster, das die Gänge im Holz hinterlassen, kommt zu 95 Prozent in Fichten vor, so Ulrich Dohle. Nur in Ausnahmen nisten sich diese Käfer in Lärchen und Kiefern ein. Darin haben die Buchdrucker aber kaum eine Chance, sich zu vermehren.

Uwe Seppmann erfuhr vom Fachmann, dass es nichts bringt, die trockenen Äste aus seinen Fichten herauszuschneiden. Das wäre nur eine kosmetische Angelegenheit. Er hofft, dass sich die stattlichen Bäume gegen den Angriff der Buchdrucker erfolgreich wehren können und überleben.