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Übersicht Blauer Schärpe für 100.000 Liter Milch

Von rmai | 01.04.2008, 03:29 Uhr

Hermine darf durchaus mit einer Hochleistungssportlerin verglichen werden.

Die Kuh im Stall der Milchhof Raden GbR ist gestern für ihre Milch-Lebensleistung von 100 000 Liter Milch geehrt worden. Recht ruhig ließ sich die Holstein-Frisie – eine schwarzbunte – die blaue Schärpe um den Hals legen. „Die besten Tiere sind immer die, die am wenigsten auffallen“, hat Karl-Heinz Stiewe beobachtet. So sei es auch mit Hermine. Sie verhalte sich ganz unauffällig, werde immer schnell wieder tragend. Acht Kälber, so berichtet der Landwirt, hat sie inzwischen zur Welt gebracht. Zwei Kühe und ein Jungrind blieben auf dem Hof. Zwei Bullenkälber wurden als Deckbullen aufgezogen und verkauft. Hermine ist am 4. September 1997 geboren. Ihr Vater war der Deckbulle Magnus. Seitdem, so hat es Karl-Heinz Stiewe ausgerechnet, hat sie durchschnittlich 26,6 Kilogramm Milch am Tag gegeben. Aber wie das mit der Statistik so ist: Sie brachte es in ihrem Kuh-Leben bisher auf 2858 MIlchtage und das macht statistisch dann 35,7 Kilo pro Milchtag. Denn schließlich musste Hermine erst einmal heranwachsen. Mit 24 Monaten sollte eine Kuh das erste Mal kalben. Erst danach gibt es Milch. In der Statistik findet sich die Hochleistungskuh mit 13021 Litern Milch im Jahr in einer ganz besonderen Liga. Komfort für die Kuh, besondere Aufmerksamkeit in der Vor- und Nachkalbezeit, Geburtenfreudigkeit und viel leckeres Futter macht der Landwirt für die außergewöhnliche Milchleistung verantwortlich. Im Landesdurchschnitt, so berichtete Angelika Fraß vom Landeskontrollverband, der gestern gemeinsam mit dem Rinderverband die Auszeichnung vornahm, gab eine Kuh im Land Mecklenburg-Vorpommern 2007 8697 Liter Milch. Inzwischen habe sich diese Leistung bereits auf 8731 Liter (Stand Ende Februar) erhöht.

100 000-Liter-Kühe sind die absolute Ausnahme. Drei davon gibt es im Stall der Meiners-Hobel GbR in Horst bei Bützow, zwei bei Bauer Griepentrog in Steinhaben, eine bei der Agrar GmbH in Bellin und eine bei Alberts in Schlieffenberg und nun noch Hermine in Raden.