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Übersicht Bewegung bei Wiro: GWR aufgelöst, PGR-Anteile vor Kauf, RGS steht auf der Kippe

Von Christoph Fox | 03.11.2008, 09:15 Uhr

Rostock - Schlankere Strukturen, schnellere Entscheidungswege: Wiro-Chef Ralf Zimlich macht seine Ankündigung en wahr.

Bereits im März wurde die Tochtergesellschaft GWR geschluckt, jetzt sollen noch die restlichen Anteile der Parkhausgesellschaft (PGR) gekauft werden. Und auch die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung (RGS) steht zur Disposition.

Der Wiro-Konzern ist ein unüberschaubares Sammelsurium an Beteiligungen und Querfinanzierungen. Allein sechs Tochtergesellschaften sind dem Wohnungsunternehmen unterstellt, viele auch untereinander verflochten.

Dieses Durcheinander wird nun gelichtet. Die Wiro will die restlichen zehn Prozent an der Parkhausgesellschaft für 101 000 Euro kaufen. Jeweils fünf Prozent sind im Besitz der RGS – ebenfalls eine Subgesellschaft – und einem privaten Investor aus Bremen.

„Die Firma Cenit-Immobilien hat ihre Anteile vor einiger Zeit angeboten. Wir haben Interesse, weil der Verwaltungsaufwand erheblich reduziert werden würde“, schildert Zimlich. Und damit auch Kosten – bei steigenden Einnahmen. Denn die PGR, die nicht nur Parkhäuser, sondern auch Schwimmstege betreibt, gilt als gewinnträchtiges Unternehmen.

An dem Sinn dieser Entscheidung gibt es wenig Kritik, das Zustandekommen echauffiert viele Fraktionen in der Bürgerschaft. André Specht (CDU), Aufsichtsratsvorsitzender der RGS, beklagt die Geheimnishaltung. Weder der Aufsichtsrat der Parkhausgesellschaft, noch der RGS seien informiert worden.

Rainer Albrecht (SPD) sieht Oberbürgermeister Roland Methling als Gesellschafter der Wiro in der Pflicht. „Da hat wieder einmal die Kommunikation nicht gestimmt.“ Ein Beschluss über den Ankauf der Geschäftsanteile wurde in der vergangenen Woche von einer Mehrheit im Hauptausschuss einkassiert und verschoben.

Still und heimlich liquidiertBereits vollendete Tatsachen sind bei einer anderen Wiro- Tochter geschaffen worden. Schon im März hat das Wohnungsunternehmen 50 Prozent der GWR von der Baltic-Bau-Contor erworben. Damit ist die Wiro alleiniger Besitzer der Grundstücksgesellschaft. Über den Kaufpreis wurde nichts bekannt. Im Wiro-Jahresabschluss 2007 ist sogar ein negatives Eigenkapital der GWR ausgewiesen. Kein Geheimnis ist, dass das Innenministerium im vergangenen Jahr die GWR ins Visier genommen hat. Nun gibt es die Gesellschaft nicht mehr. Es sei eine „einvernehmliche Lösung zur Beendigung erzielt worden“, heißt es kurz und knapp im Konzernbericht.

Wesentlich konfliktreicher könnte die Zukunft der RGS werden. 94 Prozent gehören der Wiro, sechs Prozent der Bremischen Gesellschaft für Stadterneuerung. Zimlich macht keinen Hehl daraus, dass er sich auch hier Veränderungen vorstellen kann. Zumal mit dem städtischen Eigenbetrieb KOE in Rostock zwei Konkurrenten um die gleichen Fördertöpfe buhlen. Intern prüft die Stadtverwaltung bereits Synergien. RGS-Aufsichtsratschef André Specht erwartet im Dezember Ergebnisse.