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Übersicht Bewegung auf dem Flugfeld

Von Torsten Roth | 01.04.2008, 06:13 Uhr

Parchim - Investorenanflug auf den Airport Parchim: Fast ein Jahr nach der Unterschrift unter einen Vorvertrag zur Übernahme des ehemaligen Militärflughafens durch den chinesischen Investor Jonathan Pang und der noch ausstehenden Überweisung der 30 Millionen Euro Kaufpreis, scheint der Einstieg eines neuen milliardenschweren Investors in das noch am Boden liegende Flughafengeschäft unter Dach und Fach zu sein.

Am kommenden Freitag wollen die australische Goodman-Gruppe und die Pang gehörende Logistikfirma Link Global entsprechende Verträge zur Übernahme eines Teils der Pang zur Verfügung gestellten 850 Hektar unterschrieben werden, hieß es gestern aus Investorenkreisen. Das Geschäft sollte ursprünglich bereits vor Ostern über die Bühne gehen, verzögerte sich dann aber doch. Bevor beide Unternehmen kommende Woche in China auf Investorenwerbung für den Parchimer Luftfrachtstandort gehen werden, wollen sie jetzt eine globale Zusammenarbeit besiegeln.

Goodman-Deutschland-Chef Werner Knan hatte bereits angekündigt, einen dreistelligen Millionenbetrag investieren zu wollen – u. a. in Logistik- und Industrieimmobilien. Eine Risikoanalyse habe ergeben, dass in Parchim die Chance bestehe, ein Logistikzentrum zu entwickeln, in dem chinesische Firmen aus fast allen Bereichen investieren und Waren für Europa montieren, hatte Goodman eingeschätzt. „Da steckt Dynamik drin“, meinte Knan. Der Einstieg in Parchim solle über einen Fonds erfolgen. Knan hatte Anfang März für diese Wochen den Baubeginn in Aussicht gestellt.

Nach den bisher in Parchim gescheiterten Luftfrachtplänen werden an Pangs Investment in der Region große Hoffnungen gesetzt. Seit den 90er-Jahren waren 30 Millionen Euro aus öffentlichen Kassen in den Standort investiert worden – ohne durchgreifenden Erfolg. jetzt will Pang aus Parchim ein internationales Luftdrehkreuz mit tausenden Arbeitsplätzen im Frachtgeschäft und den Unternehmen in den angrenzenden Gewerbeflächen entwickeln. Schon seit Monaten sollten eigentlich auf der 3000-Meter-Piste wöchentlich mindestens zwei, später sogar zehn Frachtflieger landen. Bislang blieb er aber deutlich hinter den Ankündigungen zurück.

Der Deal mit der Goodman-Gruppe verschafft Pang indes finanziellen Spielraum, um endlich den lange versprochenen Kaufpreis begleichen zu können. Pang zufolge war das bislang an ausstehenden Genehmigungen chinesischer Behörden gescheitert. Das Goodman-Geschäft soll hingegen ohne chinesische Zustimmung erfolgen können. Die letzte Zahlungsfrist vor zu Wochenbeginn verstrichen.