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Mecklenburg-Vorpommern Bewegliche Ferientage entzweien die Schulen

Von Marlis Tautz | 02.11.2012, 06:25 Uhr

Mit zwei beweglichen Ferientagen hat an einigen Schulen des Landes der Monat November begonnen. Und regelmäßig werden die Ferientage zum Ärgernis für Schüler, Eltern und Lehrer. Bestes Beispiel dafür ist Schwerin:

Mit zwei beweglichen Ferientagen hat an einigen allgemeinbildenden Schulen des Landes der Monat November begonnen. So wurde die Kluft zwischen dem Reformationstag und dem Wochenende geschlossen - fünf freie Tage hintereinander. Allerdings nur an einigen Schulen. Beispiel Schwerin: Drei Schulen, drei Ferien-Termine. Das Goethe-Gymnasium hatte jetzt frei, die Bertolt-Brecht-Gesamtschule pausiert am 30. November und 3. Dezember, die private Ecolea-Schule am 29./30. November. Regelmäßig werden bewegte Ferientage zum Ärgernis für Schüler, Eltern und Lehrer: Wenn zum Beispiel zwei Kinder einer Familie unterschiedliche Schule besuchen, oder Lehrer an verschiedenen Standorten unterrichten. Auf dem Lande kommt der Aspekt des Schülertransport hinzu. Wenn sich die Schulen an einer Buslinie nicht auf gleiche Termine festlegen können, rollen die Busse tageweise nur halbvoll über die Dörfer.

An allgemeinbildenden Schulen gibt es pro Schuljahr drei bewegliche Ferientage. Per Verordnung werden die allgemeinen Ferientermine Jahre im voraus bekanntgegeben. Zu den beweglichen Tages heißt es dort: "Über die Verwendung der beweglichen Ferientage entscheiden die Schulleiter in Abstimmung mit der Schulkonferenz und im Einvernehmen mit dem Schulträger… In Gemeinden mit mehreren allgemeinbildenden Schulen sollten die Termine der beweglichen Ferientage möglichst einheitlich sein." Für den Fall, eine Schule meldet keine Tage an, gibt die Verordnung welche vor. In diesem Schuljahren waren es der 1. und 2. November.

Die meisten Schulkonferenzen, der Vertreter von Lehrer-, Schüler- und Elternschaft angehören, nutzen indes die Chance, eigene Termine festzulegen. Seit Jahren ein Dauerbrenner ist der Brückentag zwischen Himmelfahrt und Wochenende im zweiten Schulhalbjahr. Für das erste besteht zumindest Konsens über das Motiv der freien Tage: Sie sollten die lange Phase zwischen Herbst- und Weihnachtsferien mit einem verlängerten Wochenende unterbrechen. Warum dabei nicht einmal die Schulen in einer Stadt ein und denselben Termin wählen? Eigensinnigkeit dürfte die naheliegende Erklärung sein.

Eine Vermutung, die auch Simone Oldenburg teilt. Sie war lange Leiterin einer Regionalschule in Nordwestmecklenburg, bevor sie für die Linke in den Landtag ging und bildungspolitische Sprecherin wurde. "Bei uns im Kreis haben sich die Landschulen geeinigt, schon um Fahrtkosten zu sparen", sagt sie. Die Träger der Schülerbeförderung honorierten das, indem sie den Transport zum Schulschwimmen zum halben Preis ermöglichten. "So hatten auch die Eltern etwas davon", sagt Simone Oldenburg und regt an, zumindest Landschulen mit solch finanziell lukrativen Angeboten zu einer Einigung zu bewegen.