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70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges Betonriesen stehen zum Verkauf: Was Bunker in Hamburg kosten

Von dpa | 15.12.2019, 12:32 Uhr

In Hamburg sollen auch die letzten Bunker im Bundesbesitz verkauft werden. Für viel Beton werden viele Euros fällig.

Wie riesige Zeitzeugen stehen hunderte Bunker in Hamburg und Schleswig-Holstein. Manche werden privat genutzt, manche öffentlich, manche verfallen. Auch mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges werden viele Bunker noch aktiv genutzt. (Albträume zur Miete: Diese Wohnungen werden tatsächlich angeboten)

Als Wohnungen, Museen oder Unterkünfte für Unternehmen, Vereine oder Probenräume. In Hamburg existieren noch hunderte unterirdische und oberirdische Luftschutzbunker. Der berühmteste ist wohl der Bunker an der Feldstraße, der Heimat für viele Kreative und den Szeneclub "Uebel & Gefährlich" ist.

Fünf Bunker sind noch zu haben

In den vergangenen Jahren waren noch rund 30 Bunker in der Hansestadt im Besitz des Bundes. Nun sind fast alle Hoch- und Tiefbunker aus diesem Bestand verkauft worden. Zuletzt waren nur noch drei Hochbunker und zwei Tiefbunker in der Vermarktung der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima).

Eine Bima-Sprecherin sagte "Für alle fünf noch im Eigentum der Bundesanstalt in Hamburg befindlichen Bunker werden zur Zeit Verkaufsverhandlungen geführt beziehungsweise sie stehen unmittelbar bevor." Die Objekte sollen sowohl an private Investoren als auch an die Hansestadt Hamburg veräußert werden. Mehr als 250 Hochbunker wechselten bundesweit auf diese Weise bereits den Besitzer. Hintergrund war, dass die Bundesregierung 2007 entschieden hatte, den öffentlichen Schutzraumbau flächendeckend aufzugeben.

Was die Bunker im Schnitt gekostet haben

Auch in Schleswig-Holstein hatte die Bima 13 Bunker und Bunkergrundstücke in der Vermarktung. Dort sind zwischenzeitlich alle verkauft worden. Dabei mussten die Käufer in etwa so viel Geld wie für ein hochwertiges Haus auf den Tisch legen. Die Sprecherin: "Im Durchschnitt aller Verkäufe in Schleswig-Holstein und Hamburg in den letzten zehn Jahren ergibt sich ein Kaufpreis von rund 700.000 Euro." Nur auf Hamburg bezogen lagen die Preise für die Bunkerverkäufe bei durchschnittlich einer Million Euro. (Weiterlesen: So sieht es in einer 94-Millionen-Dollar Villa aus)

Im bundesweiten Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre wurden für einen Zivilschutzbunker 270.000 Euro zugunsten des Bundeshaushaltes erlöst, hieß es weiter. Veräußert wurden nur Zivilschutzbunker und keine Munitionsschutzbunker oder Personenschutzbunker auf ehemaligen Militäranlagen.

Stadt Hamburg besitzt mehr als 20 Bunker

Die Stadt Hamburg ist eigenen Angaben zufolge damit derzeit – auch über städtische Unternehmen – im Besitz von 23 Bunkern. Sieben davon befinden sich in Grünanlagen oder Verkehrsflächen und stehen für eine Nutzung nicht zur Verfügung, wie Claas Ricker, Sprecher der Finanzbehörde, auf dpa-Nachfrage sagte. Acht weitere gehören öffentlichen Unternehmen.

Damit blieben acht Bunker übrig, die für andere Nutzungen und Entwicklungen verfügbar seien, so Ricker. Die meisten sind bereits langfristig vermietet oder verpachtet. Finanzsenator Anreas Dressel (SPD): "Nicht alle Bunker eignen sich für eine Umnutzung, aber grundsätzlich prüfen wir als Stadt im jeweiligen Einzelfall natürlich immer sehr genau, ob und welche Nutzungsmöglichkeiten für solche Anlagen bestehen. Schon jetzt gibt es gute und kreative Beispiele für eine entsprechende Umwidmung von Bunkern".