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P+S-Werften Beschäftigungspoker um ehemalige Mitarbeiter

Von Martina Rathke, dpa | 01.11.2012, 06:59 Uhr

P+S-Mitarbeiter: Die Transfergesellschaft kann auf einen Pool von 350 norddeutschen Firmen zurückgreifen, die freie Stellen gemeldet haben. Sozialministerin Schwesig will die Arbeiter im Land halten.

Die ehemaligen Mitarbeiter der P+S-Werften können auf eine erfolgreiche Arbeitsvermittlung hoffen. Der zuständigen Transfergesellschaft in Stralsund und Wolgast liegt eigenen Angaben zufolge ein Pool von 350 Firmen in Norddeutschland vor, die vakante Stellen gemeldet haben. Dies sagte der Geschäftsführer der Transfergesellschaft Küste Mecklenburg und Vorpommern (TGKMuV), Oliver Fieber, gestern. Für einzelne Ex-Beschäftigte der Werften, für die sich bereits Beschäftigungsperspektiven aufgetan haben, werde in den kommenden Tagen die Vermittlung beginnen.

Personalfachleute hatten in den vergangenen Wochen das Qualifikationsprofil der früheren P+S-Mitarbeiter erfasst. Die Unternehmen, die vakante Stellen gemeldet haben, stammten unter anderem aus der Werften- und Offshorebranche.

Nach Angaben von Fieber, der bereits die Transfergesellschaft der früheren Wadan-Werften in Rostock und Wolgast geleitet hatte, sind zum 1. November rund 990 Stralsunder und 110 Wolgaster Mitarbeiter der P+S-Werften in die Transfergesellschaft gewechselt. Voraussetzung für deren Start ist die Eröffnung des Insolvenzverfahrens am Amtsgericht Stralsund, die gestern erfolgte.

Insgesamt gehen laut Fieber in den kommenden Monaten 1727 Mitarbeiter in die Transfergesellschaft über, in der sie jeweils für ein halbes Jahr verbleiben. In dieser Zeit erhalten sie Transferkurzarbeitergeld in Höhe von 67 Prozent ihres ehemaligen Monatsbruttolohns und eine neunprozentige Aufstockung.

Die TGKMuV hat in Stralsund und Wolgast Räume für zwei Projektbüros angemietet, von denen aus die Vermittlung organisiert wird. Zu den Vermittlungserfolgen wollte Fieber keine Prognosen abgeben. Das Interesse sei grundsätzlich hoch, sagte er.

Fieber verwies auf die Wadan-Werften, für die die TGKMuV bereits als Transfergesellschaft tätig gewesen war. "Von den 2293 Wadan-Beschäftigten, die in die Transfergesellschaft gewechselt waren, sind heute noch 83 ohne Job."

Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) sprach sich dafür aus, hoch qualifizierte Beschäftigte an den Standorten Stralsund und Wolgast zu halten. "Künftige Investoren sind auf gut ausgebildete und motivierte Fachleute angewiesen", sagte sie.

Wie Fieber erklärte, werden jenen Mitarbeitern, die noch nicht vermittelt werden können, Qualifizierungsmaßnahmen angeboten. "Dabei stehen wir in enger Rückkopplung zu den Firmen mit vakanten Arbeitsstellen." So würden Schweißer für Schweißverfahren an neuen Werkstoffen qualifiziert. Mitarbeiter im kaufmännischen Bereich würden auf neue Software-Programme spezialisiert.

Die Qualifizierungsmaßnahmen werden laut Fieber mit dem Arbeitsamt abgestimmt und starten voraussichtlich im Dezember oder Januar bei regionalen Bildungsträgern. Der Transfergesellschaft und den P+S-Werften hatte das Land Mittel in Höhe von insgesamt 24,2 Millionen Euro gewährt. Zudem steht eine Million Euro bereit, um den Verbleib der Auszubildenden auf den Werften zu sichern.