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Appetitkiller Bakterien in jeder zweiten Lachsprobe

Von ROTH | 16.12.2016, 21:00 Uhr

Prüfer in MV stufen zwei von 20 Proben als gesundheitsschädlich ein

Appetitkiller an der Fischtheke: Das Angebot von kaltgeräuchertem oder gebeiztem Lachs im Einzelhandel weist in Mecklenburg-Vorpommern teilweise deutliche Mängel auf. Prüfer der Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter im Land mussten nach der Analyse vorverpackter Ware in den vergangenen Monaten etwa jede zweite Probe beanstanden, teilte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) gestern in Rostock mit. Nur elf von 20 untersuchten Proben seien nach der mikrobiologischen Prüfung in Ordnung gewesen. Bei den planmäßigen Prüfungen waren 15 Produkte kaltgeräucherter Lachs in Scheiben und fünf Proben gebeizter Lachs unter die Lupe genommen worden.

In sieben Fällen seien nach der Prüfung von Geruch, Geschmack, Aussehen, Konsistenz und mikrobiologischer Analyse auffällige Befunde festgestellt worden – unter anderem Verunreinigungen mit Listerien. Eine Infektion mit Listerien bringt vor allem Menschen mit geschwächtem Immunsystem, Säuglinge, ältere Menschen, Krebs-, Diabetes- und Aids-Patienten in Gefahr. Listerien seien sogar in der Lage, sich bei Kühltemperaturen zu vermehren, hieß es.

Zwei Lachsspezialitäten seien wegen eines besonders hohen Gehalts an Listerien sogar als gesundheitsschädlich eingeordnet worden, erklärte LALLF-Chef Frerk Feldhusen.

Bei ihren Lebensmittelkontrollen stellen die Prüfer regelmäßig Mängel fest. Im vergangenen Jahr war etwa jedes achte überprüfte Lebensmittel beanstandet worden. Insgesamt waren etwa 8200 Lebensmittelproben untersucht worden. Allerdings: Fast zwei Drittel der Fehler betrafen ungenügende Kennzeichnungen, beispielsweise fehlende Angaben zu Zusatzstoffen in den Produkten wie Konservierungs- und Süßungsmittel oder Farbstoffe. Insbesondere bei der richtigen Bezeichnung von Fischen zeigten sich Probleme. Bei acht von 34 Proben wurde nicht die korrekte Handelsbezeichnung beziehungsweise Fischart angegeben. So entpuppten sich beispielsweise zwei als Scholle bezeichnete Fische als Flundern.

Auch in der Gastronomie werden die Fischarten nicht immer richtig bezeichnet. In einer Speise mit Seezunge wurde eine andere Plattfischart identifiziert. Bei sehr großen Unterschieden im Kilopreis macht sich eine solche Falschangabe auch im Portemonnaie bemerkbar.