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Rostock/Schwerin Backhaus ruft Generalstaatsanwalt an

Von Redaktion svz.de | 11.09.2013, 04:51 Uhr

Generalstaatsanwalt Helmut Trost wies den Verdacht der Einflussnahme durch Agrarminister Till Backhaus (SPD) auf die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zurück.

Der Minister hatte wenige Tage nach seinem schlagzeilenträchtigen Streit mit einem Autofahrer direkten Kontakt zum obersten Ermittler des Landes aufgenommen. Das nährte gestern Spekulationen, der Minister habe die Arbeit der Staatsanwaltschaft in Rostock beeinflussen wollen. Dem widersparach Trost. Er bestätigte den Anruf vom vergangenen Donnerstag. Der Minister sei über Medienberichte besorgt gewesen. Durch diese sei der Eindruck entstanden, "die Verdachtslage habe sich einseitig zu seinem Nachteil verändert, weshalb die Staatsanwaltschaft nun gegen ihn ein förmliches Ermittlungsverfahren eingeleitet habe", teilte Trost mit. Eine Fehldeutung als Vorverurteilung habe auch er als möglich erachtet und deshalb eine klarstellende Mitteilung der Staatsanwaltschaft angeregt, die auch erfolgte. "Eine Klarstellung in diesem Sinne wäre auch ohne den Anruf von Dr. Backhaus und auch für jeden anderen Betroffenen geboten gewesen", betonte Trost. Die Annahme, es habe eine unzulässige Einflussnahme durch den Minister gegeben, entbehre daher jeglicher Grundlage. Für beide Beteiligten gelte bis zum Abschluss der Ermittlungen die Unschuldsvermutung.