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Elfte Güstrower Kunstnacht lockte zu 13 Standorten in der Innenstadt Auswahl kleiner - Andrang größer

Von Sieglinde Seidel | 04.10.2011, 10:28 Uhr

Zu nächtlicher Stunde durch die Innenstadt gehen und in verschiedenen Einrichtungen Gesang und Tanz bestaunen sowie kunstvolle Bilder und Plakate sehen - das bot die elfte Ausgabe der Güstrower Kunstnacht am Sonntag.

Zu nächtlicher Stunde durch die Innenstadt gehen und in verschiedenen Einrichtungen Gesang und Tanz bestaunen sowie kunstvolle Bilder und Plakate sehen - das bot die elfte Ausgabe der Güstrower Kunstnacht am Sonntag. Eine rundum gelungene Veranstaltung. Kleiner Wermutstropfen: Nicht jeder konnte alles sehen und erleben, an manchen Standorten ging es sehr beengt zu. Für das leibliche Wohl sorgte der Rotary-Club Güstrow - der Erlös kommt der Güstrower Jugendarbeit zugute.

Der Kunst- und Altertumsverein in der Barlachstadt setzte damit wieder einen kulturellen Höhepunkt. Längst ist der nicht nur für Güstrower interessant. Doch in diesem Jahr hat sich die Anzahl der beteiligten Kulturstätten arg verringert. Das hat auch Monika Tschritter festgestellt. "Das ist schade", so die Güstrowerin. Die Auswahl wurde somit kleiner und der Andrang an den einzelnen Spielstätten größer.

Das merkten die Veranstalter letztlich auch. Monika Lehmanns Führung durch das Schloss war stark frequentiert. 80 Leute zählte die Museumspädagogin, die Mühe hatte, sich auf solch große Gruppen einzustellen. Immerhin hörte man von vielen Seiten dennoch, dass es eine schöne Führung gewesen sei.

Auch die Eröffnung der Kunstnacht in der Galerie Rambow wollten viele erleben. Schließlich waren nicht nur Filmplakate und Radierungen zu sehen, sondern auch die Künstlerin Isolde Monson Baumgart persönlich vor Ort. Dann pilgerten die Besucher vom Schloss zum Heizhaus, von der Gertrudenkapelle zum Dom - überall gab es künstlerische Darbietungen, vom Schattenspiel bis zur sinnlichen Performance.

In der Wollhalle drängten sich die Besucher, um Blues und Folk zu hören, und im Museum, um Chansons und alten Schlagern zu lauschen, in der Bibliothek begeisterte Rüdiger Wolff mit Texten von Erich Kästner und Gesang. Überall waren Stuhlplätze knapp. Der Kreis um Schauspieler Steffen Steglich im Schloss etwas später am Abend war zwar kleiner. Doch sie waren genau so interessiert, um bisher unveröffentlichte Texte der Maler Sighard Gille, Rolf Kuhrt und Heinz Zander zu hören.

Im Kinder-Jugend-Kunsthaus konnte man auf Fotos verfolgen, was in den vergangenen beiden Tagen beim Straßenkunstfestival entstanden war. "Es ist schöner geworden, als wir dachten", so Barbara Wetzel. Die Bildhauerin hatte mit 14 Jugendlichen am Pferdemarkt und in der Domstraße so manches große Bild entstehen lassen. Dort, wo vernagelte Fenster das Stadtbild bestimmen, verschönerten sie es mit etwas Farbe. "Wir versuchen, mit solchen Angeboten Familien und Jugendliche mal anders zu erreichen", sagt Barbara Wetzel.

Der Dom füllte sich 22 Uhr, als afrikanische Rhythmen ein Stück Lebensgefühl von Gästen aus Tansania widerspiegelten. Abschluss fand die Kunstnacht wie gewohnt in der Pfarrkirche, mit Texten und Musik für Klarinette, Klavier und Orgel.