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Valentinstag Auf der Suche nach der ganz großen Liebe?

Von HAHR | 14.02.2014, 07:37 Uhr

Die meisten Menschen wollen die große romantische Liebe erleben. Dass die richtige Partnerwahl dabei ziemlich kompliziert ist, haben Wissenschaftler herausgefunden.

Die Sehnsucht nach der ganz großen Liebe ist keinesfalls nur auf den westlichen Kulturkreis oder die Industrienationen beschränkt. Dennoch ist eine reine Liebesheirat heute in vielen Ländern der Welt überhaupt nicht möglich, weil Eltern oder auch Dorfgemeinschaften dort die Partner bestimmen. Aber auch bei uns ist das so eine Sache mit der Partnerwahl. Eine Institution, an die wir in Sachen romantischer Liebe wohl nicht zu allererst denken, die dafür aber knallhartes Zahlenmaterial zum Thema liefern kann, ist das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Dort hat man im Rahmen des Mikrozensus vor einiger Zeit schon ermittelt, dass in Deutschland die meisten Paare – verheiratete sowie auch nichteheliche Gemeinschaften – den gleichen oder zumindest einen ähnlichen Bildungsabschluss haben, nämlich 61 Prozent. Bei weiteren drei von zehn Paaren hat der Mann einen höheren Bildungsabschluss als die Frau, in den verbleibenden 9 Prozent der Fälle ist es genau umgekehrt.

So sagt dann auch Thomas Klein vom Institut für Soziologie der Universität Heidelberg: „An einer Dominanz statusgleicher Partnerwahl kann man die Abgeschlossenheit sozialer Schichten erkennen.“ Diese Tendenz, sich seinen Partner nach möglichst großen Übereinstimmungen mit dem eigenen Bildungsabschluss, Wertvorstellungen, Erfahrungen und Zielen etc. auszusuchen, wird in der Wissenschaft auch als „Homogamie“ bezeichnet. Der Volksmund sagt vereinfacht: „Gleich und gleich gesellt sich gern.“ Aber auch die entgegengesetzte Richtung, die „Heterogamie“, findet in der Realität Niederschlag, frei nach dem Motto: „Gegensätze ziehen sich an.“ Der US-amerikanische Psychologe Steven Reiss konnte empirisch belegen, dass Paare sich in Sachen Hobbys und Interessengebiete eher heterogam zusammenfinden, während sie in Bezug auf ihre grundlegenden Wertvorstellungen und sozialen Normen sich vor allem homogam arrangieren. Wichtig erscheint vielen aber vor allem die optische Attraktivität des Partners – ein Einflussfaktor auf die Partnerwahl, der zumindest im westlichen Kulturkreis sogar noch weiter zuzunehmen scheint. Zahlreiche wissenschaftliche Studien stimmen darin überein, dass viele Männer dabei vor allem auf ein jugendliches Äußeres der Partnerin schauen, möglichst symmetrische Gesichtszüge und auch die klassischen Maße 90-60-90 bevorzugen. Frauen hingegen präferieren oft größere Männer mit eher breiteren Schultern. Warum das so ist, erklärt der Psychologe David Buss von der Universität Michigan mit einem evolutionärem Ansatz. Es sei ganz einfach noch die Welt unserer Vorfahren, die uns auch heute noch in den Genen steckt. Attraktivität verspricht demnach genetische Fitness, ein breites Becken spricht für Gebärfreudigkeit und breite Schultern mit vielen Muskeln bieten Schutz vor Höhlenbär, Mammut und Co.. Busse sagt: „Bei einem schlechten Partner zu bleiben, nutzt niemandem, der seine Gene erfolgreich weitergeben will. Wir sind die Nachfahren von Menschen, die wussten, wann es an der Zeit ist, aus einem Verlustgeschäft auszusteigen.“

Andererseits möchte heute natürlich auch keine Frau mehr einen Neandertaler zum Partner. Soziale Faktoren spielen heutzutage eine wichtigere Rolle, meinen die Forscher, die die Sozialisation und die Rolle der Gesellschaft stärker betont wissen wollen. Vor allem in Gesellschaften, die Frauen kaum Aufstiegschancen und Unabhängigkeit bieten, weder in gesellschaftlicher noch in beruflicher Hinsicht, achtet die Damenwelt verstärkt auch auf den sozialen Status bzw. das Einkommen des Partners und teilweise damit einhergehend auch auf das Alter. Aber nicht nur das. Ein größerer Erfahrungsschatz und auch die Zuverlässigkeit, die sich viele Frauen wünschen, werden zumeist mit älteren Männern assoziiert - weltweit. Umgekehrt stehen jüngere Frauen bei älteren Männern ebenfalls hoch im Kurs - wieder auf dem ganzen Globus.