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Zuwanderung Asylheime überfüllt – MV sucht Lösungen

Von thvo | 08.08.2015, 08:00 Uhr

Mehr Plätze in Stern Buchholz bei Schwerin / 8200 Flüchtlinge 2015 erwartet

Die erst vor zwei Monaten neu eingerichtete Außenstelle für die Erstaufnahme von Asylbewerbern in Stern Bucholz bei Schwerin ist schon überfüllt. 430 Asylbewerber waren dort gestern untergebracht, teilte das Ministerium auf Nachfrage mit. Nach ursprünglicher Planung gibt es dort derzeit aber nur 300 Plätze. Im Schweriner Innenministerium sucht man fieberhaft nach Lösungen.

Mit der Eröffnung des zweiten Hauses in den nächsten Tagen steigt die Gesamtkapazität zwar auf 450 Plätze, doch der Zustrom von Asylbewerbern wird nach Einschätzung des Innenministeriums weiter zunehmen. Bereits jetzt wurden in Stern Buchholz die Betten durch Doppelstockbetten ersetzt, um allen Bewohnern einen Schlafplatz zu bieten.

Nach Informationen unserer Redaktion soll der Komplex um zwei weitere Baracken erweitert werden.

„Selbstverständlich sondiert das Innenministerium weitere Unterbringungsmöglichkeiten“, sagte gestern Ministeriumssprecherin Marion Schlender. Bei den Überlegungen komme Stern Buchholz „eine gewisse Bedeutung zu“. Konkrete Entscheidungen seien jedoch noch nicht getroffen worden.

Ähnlich schwierig sieht die Situation in der Erstaufnahmeeinrichtung in Horst/Nostorf bei Boizenburg aus. Die Kapazität liegt bei 650 Plätzen, am Donnerstag waren 880 Flüchtlinge dort untergebracht. Ein Teil der Asylbewerber wohnt in Containern.

Im Durchschnitt verlassen die Flüchtlinge nach zwei Wochen wieder die Erstaufnahmeeinrichtung und werden auf die Kommunen verteilt. Nach einer Prognose des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bekommt das Land in diesem Jahr 8200 Asylbewerber zugeteilt. Laut Flüchtlingsrat ist Mecklenburg-Vorpommern bei syrischen Flüchtlingen beliebt. Grund: „Die Anerkennungsverfahren werden hier zügig abgearbeitet“, so Landeschefin Ulrike Seeman-Katz.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat sich gestern erneut gegen eine stärkere Unterbringung von Flüchtlingen in Ostdeutschland ausgesprochen: „Auch für unser Land und unsere Kommunen ist das ein enormer Kraftakt.“ Berlins Sozialsenator Mario Czaja (CDU) will einen neuen Verteilungsschlüssel bei ankommenden Flüchtlingen zu Lasten Ostdeutschlands.