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Hobby-Krippenbauer aus Jesendorf Architekt von sakralen Bauwerken

Von Traudel Leske | 28.11.2012, 10:21 Uhr

Weihnachtsgeschichte in Holz geschnitz: Der Jesendorfer Arno Diederichs ist Hobby-Krippenbauer aus Leidenschaft. Auf dem Adventsmarkt in Tempziner Klosterkirche ist er am Sonnabend wieder dabei.

Wenn am kommenden Sonnabend, dem 1. Dezember, der traditionelle Adventsmarkt in der Tempziner Klosterkirche um 13 Uhr seine Pforten öffnet, wird auch wieder Arno Diederichs aus Jesendorf dabei sein. An seinem Stand kann man die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Christi in der Krippe in Holz geschnitzt nachvollziehen. Oder sich sogar im Miniformat ins Haus holen. Arno Diederichs ist hobbymäßiger Krippenbauer. Seit Beginn dieser seiner Leidenschaft vor zwölf Jahren haben schon mehr als 80 Krippen unterschiedlicher Größe, Bauart und Ambiente seine kleine Hobby-Werkstatt verlassen. Die Größen: von 22 Zentimeter Durchmesser bis hin zur 1,50 Meter großen Krippe. Die jedes Jahr in seinem eigenen Vorgarten steht und, elektrifiziert, am 24. Dezember ihr helles Licht ausstrahlt.

Neben der eigenen Familie hat Arno Diederichs, der als Hausmeister in der Sternberger Förderschule und in der Volkshochschule Brüel arbeitet, so schon viele Verwandte und Bekannte mit solch einem kleinen Kunstwerk beglückt. Und, wie gesagt, seit Jahren steht er immer mit sechs bis acht sakralen Bauwerken in der Tempziner Klosterkirche.

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Davon kann Arno Diederichs ein Lied singen. Denn zu seinen vielen "Bauwerkzeugen" gehören die Säge, der Hobel und vor allem das Schnitzmesser. Wenn er zu letzterem greift, hat er seine Ideen längst in seinem Kopf verinnerlicht. Und dann geht es los. Zunächst wird eine passende Grundplatte angefertigt. Dann beginnt der Aufbau Stück für Stück. Wenn alles nach seinen Vorstellungen gelaufen ist, werden die Figuren eingefügt, die er aber auf dem Baumarkt ersteht. "Und am liebsten dann, wenn die Weihnachtssaison zu Ende geht. Denn da sind sie billiger zu haben."

Im Jahre 1999 habe seine Familie eine Krippe im Baumarkt gekauft. "Doch diese fiel schon bald auseinander. Und so meinte meine Familie, dass ich ja ein Holzwurm sei und mir eine eigene bauen solle. So fing alles an. Meine erste Krippe kommt heute noch jede Weihnachten zu Ehren."

Inzwischen "zum Holzwurm mutiert", ist er ständig auf Suche nach dem passenden Holz. Am liebsten mag er das dunkle Rotholz, Kiefer, Linde, Kirsche, Pflaume, Birne, Lärche. "Doch am besten lässt sich das Lindenholz bearbeiten, da es sehr weich ist", sagt er. "Am liebsten mag ich die naturfarbenen Krippen, ich habe aber auch schon einige buntere gefertigt. Ich stehe täglich zwei Stunden in meiner kleinen Werkstatt; immer nach Feierabend. Und das von November bis März", erzählt der Hobby-Architekt. In den Monaten dazwischen muss der Rasen gemäht, müssen Schafe und Hühner versorgt werden. Das Krippenbauen habe er sich zum größten Teil angelesen und inzwischen viel Routine bekommen, ist zu hören. Aber auch auf Ausstellungen in Österreich, Bayern und auf anderen Urlauben habe er sich viele Anregungen geholt. Und seine eigenen Werke seien in Dresden, Nürnberg und anderswo sehr gut angekommen.

Gern erinnert sich der 54-jährige gelernte Meister für Heizungsbau, Gas- und Wasserleitungen an seinen ersten Auftritt in der Klosterkirche Tempzin. "Ich war mit meinen Erstlingswerken dort vertreten, die alle noch etwas kleiner waren. Plötzlich kam ein Besucher, schaute und bemerkte ironisch: "Ach, das sind ja niedliche Vogelhäuschen! Da war selbst ich ganz aus dem Häuschen."