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Kühlungsborn Anklage nach Betrug mit Feriendomizilen

Von Redaktion svz.de | 24.06.2016, 06:00 Uhr

Staatsanwaltschaft Rostock ermittelt in 60 Fällen gegen einen 55-jährigen Mann

Nach einem bundesweit bekanntgewordenen Betrug mit Ferienwohnungen hat die Staatsanwaltschaft Rostock Anklage gegen einen 55-jährigen Mann erhoben. Ihm wird in 60 Fällen vorgeworfen, Ferienwohnungen in der Region Kühlungsborn angeboten zu haben, obwohl sie ihm gar nicht gehörten, wie die Behörde am Donnerstag auf Anfrage berichtete. Bei dem Mann soll es sich um einen leitenden Bankmitarbeiter handeln.

Urlauber hätten zum Teil den kompletten Mietpreis überwiesen. Sie reisten dann an die Ostseeküste und fanden kein Quartier vor. Der Schaden wird mit gut 52 000 Euro angegeben. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, sei der Mann geständig und habe seinen Opfern den Schaden komplett zurückerstattet.

Die Polizei war dem Mann nach einem Beitrag in „Aktenzeichen XY...ungelöst“ im Januar auf die Spur gekommen. Nach der Veröffentlichung von Phantombildern und eines Bandes mit seiner Stimme waren Hinweise auf ihn eingegangen. Der Fall soll vor einem Schöffengericht des Amtsgerichts Rostock verhandelt werden. Dies bedeutet, dass die Staatsanwaltschaft ein Urteil zwischen zwei und vier Jahren Haft anstrebt. Ein Mann, der als Strohmann benutzt wurde, wurde bereits wegen Beihilfe zum Betrug zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.