Ein Angebot des medienhaus nord

Mecklenburg-Vorpommern Anerkennung und Respekt

Von Benjamin Lassiwe | 27.03.2012, 10:32 Uhr

Wirkliche Gerechtigkeit kann es nicht geben.

Ersetzen lässt sich ein verpfuschtes Leben nicht. Aber der Fonds für die ehemaligen DDR-Heimkinder kann Leiden lindern, Therapien bezahlen, verlorene Rentenansprüche ausgleichen. Viel ist das nicht, aber immerhin.

Deswegen ist es gut und richtig, dass sich der Bund und die ostdeutschen Länder auf eine Lösung für alle diejenigen verständigt haben, die zu DDR-Zeiten Schläge und Misshandlungen in Kinder- und Jugendheimen erdulden mussten. Die unter "haftähnlichen Zuständen" verwahrt wurden, die unter "unzumutbaren Bedingungen" verwahrt wurden, und deren Menschenrechte teils massiv verletzt wurden. Natürlich, es mag auch positive Ausnahmen gegeben haben - aber das war nicht die Regel.

Doch der neue Fonds für DDR-Heimkinder bleibt ein Werkzeug. Viel nötiger als die Entschädigung wäre ein gesellschaftlicher Bewusstseinswandel. Denn noch immer gilt es als Manko, als Kind oder Jugendlicher in einem Heim gewesen zu sein. Dabei landeten die wenigsten aus eigenem Verschulden dort. Und wer den gestern vorgelegten Bericht von Bund und Ländern liest, kann lediglich erahnen, was die Bewohner etwa eines Spezialkinderheims dort erlebten. Dafür haben sie zumindest heute Anerkennung und Respekt verdient.